Als Lehrerin arbeitete Elke Peschk seit 1988 in Elsterwerda – zunächst an der POS „Rudi Arndt“ und ab der Wende am Elsterschloss-Gymnasium. Sie lehrte Deutsch und Geschichte. Mitte der 1990er-Jahre begann sie ein Psychologiestudium, sodass sie ab 1996 auch dieses Fach am Gymnasium unterrichten konnte. 2003 trat sie in die Fußstapfen von Schulleiter Erich Schmied. Drei Jahre lang leitete sie kommissarisch das Gymnasium. Drei interessante und arbeitsreiche Jahre, wie Elke Peschk heute einschätzt. Mit der erweiterten Leitung sei das Schulleben gut vorangebracht worden. Die offene Ganztagsschule konnte sie noch mit anschieben. Die unangenehme Seite der Leitungstätigkeit: Aufgrund des Lehrerüberschusses im Süden Brandenburgs musste Elke Peschk die ersten Versetzungen von Lehrern in Berlin nahe Kreise aussprechen.

Aber auch sie selbst blieb nicht am Gymnasium. Aus beamtenrechtlichen Gründen sollte sie einem anderen Nachfolger auf dem ordentlichen Schulleiterposten weichen, für den das Schulamt eine Ersatzstelle bieten musste. In Elsterwerda wurden Unverständnis und Protest laut. Die Elternkonferenz wandte sich bis an den Bildungsminister, Schüler demonstrierten vor der Schule. Das alles half nichts. Schließlich zog Elke Peschk selbst einen Schlussstrich. „Der Abschied vom Elsterschloss-Gymnasium ist mir sehr schwer gefallen“, sagt sie auch heute noch. „Es waren meine Schule und meine Schulgemeinschaft.“ Die Proteste und die Unterstützung aus Elsterwerda und dem Landkreis hätten ihr das Gefühl gegeben, eine gute Schulleiterin gewesen zu sein. „Wenn ich mich heute daran erinnere, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut“, so Elke Peschk. Sie habe aber gewusst, dass ihre Tätigkeit maximal um ein Jahr verlängerbar gewesen sei. Deshalb habe sie ihre Konsequenzen gezogen.

Elke Peschk ging zum Lisum Berlin-Brandenburg, das Landesinstitut für Schule und Medien in Ludwigsfelde, wo sie ein Jahr lang in der Abteilung „Schulleitungsfortbildung“ beschäftigt war. Die Arbeit sei vielfältig und interessant gewesen. Aber: „Mir fehlten meine Schüler“, so Peschk. Sie überlegte, wieder in den Schuldienst zurückzukehren. Das Elsterschloss-Gymnasium kam für sie nicht infrage. Außerdem hatte sich im Hause Peschk einiges verändert. Ihr Mann habe Anfang 2006 ein Angebot des Klinikums Coburg angenommen und arbeitete dort als Oberarzt in der Unfallchirurgie. Sie in der Nähe von Berlin, ihr Mann in Oberfranken und die Wochenenden in Zeischa – das habe auf Dauer nicht gut gehen können.

Elke Peschk beantragte ihre Versetzung nach Bayern und wurde übernommen. Seit Sommer 2007 unterrichtet sie Deutsch, Geschichte und Psychologie am Franz-Ludwig-Gymnasium in Bamberg. Sie ist wieder Klassenleiterin, diesmal einer sechsten Klasse. Auf Vorurteile ihrer Kollegen sei sie nicht gestoßen, im Gegenteil habe sie gerade am Anfang ihrer Tätigkeit in Bamberg große Unterstützung erfahren.

Seit fünf Jahren leben Peschks jetzt in Coburg. Ihr Mann ist inzwischen leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Klinikums Coburg. Das Paar hat in beiden Städten neue Freunde gefunden. „Wir sind hier gut angekommen und es geht uns richtig gut“, sagt die ehemalige Elsterwerdaerin. Die Kinder sind groß. Franziska (28) hat im August geheiratet und lebt mit ihrem Mann in Belgien. Die 24-jährige Katharina lebt aufgrund ihrer Behinderung in der Tagesstätte Herzberg, besucht dort die Elsterwerkstätten und fühlt sich in ihrer Gemeinschaft sehr wohl.

Schon wegen ihrer Tochter reißt die Verbindung in den Elbe-Elster-Kreis, die auch durch freundschaftliche und verwandtschaftliche Kontakte am Leben bleibt, nicht ab. Ehrenamtlich engagiert sich Elke Peschk weiter in ihrer alten Heimat. Sie ist Vorsitzende des Vereins Lebenshilfe Elsterkreis, der als neue Dachorganisiation die Stiftung Elsterwerk eingerichtet hat. Hier ist sie Vorsitzende des Stiftungsrates. „Diese Arbeit ist mir sehr wichtig. Einmal, weil ich zu den anstehenden Sitzungen immer auch meine Katharina besuchen kann.“ Andererseits sei sie stolz darauf, die Veränderungen mit begleiten zu können, die Dr. Frank Hamann, Geschäftsführer der Elster Werkstätten gGmbH und Vorstand der Stiftung Elsterwerk, und seinen engagierten Mitarbeitern für die behinderten Menschen im Elbe-Elster-Kreis und im benachbarten Teltow-Fläming-Kreis initiiert werden.