Der pakistanische Tourismus-Staatssekretär Shahzad Qaiser sagte gestern nach einem Krisentreffen in Islamabad, auch der Tod eines Franzosen und eines weiteren Pakistaners seien inzwischen bestätigt. Außerdem waren drei Koreaner, zwei Nepalesen, ein Norweger, ein Serbe, ein Ire und ein Pakistaner am vergangenen Wochenende am zweithöchsten Berg der Erde im westlichen Himalaya nach einer Lawine ums Leben gekommen. Inzwischen werde niemand mehr an dem 8611 Metern hohen Berg vermisst, sagte Qaiser.
Nach Angaben des Veranstalters Adventure Tours Pakistan sollte jedoch der Italiener Marco Confortela gestern in der Höhe von etwa 7000 Metern mit einem Hubschrauber geholt werden, da er aufgrund von Erfrierungen nicht allein laufen konnte. Der Rettungsversuch musste wegen schlechter Wetterbedingungen verschoben werden.
An den Alpinisten wurde Kritik laut. Der Präsident der pakistanischen Bergsteigervereinigung, Nazir Sabir, sagte gestern, das Unglück hätte verhindert werden können, wenn die Alpinisten nicht so spät aufgestiegen wären. Sabir hat den K2 und den Mount Everest, den mit 8848 Metern höchsten Berg der Welt, bestiegen. Der Schwede Fredrik Sträng (31) sprach von "Ruhmsucht und übertriebenem Ehrgeiz" bei den Bergsteigern. Sträng hatte seinen eigenen Aufstieg am K2 zusammen mit einem weiteren Alpinisten vor der Unfallserie abgebrochen und später bei der Bergung von Verletzten und Toten geholfen.
Sträng sagte am Sonntagabend im TV-Sender SVT über den Massenaufstieg zwei Tage zuvor: "Das war wie der Marsch der Lemminge. Man glaubte ganz einfach, dass der an der Spitze schon wissen würde, was er tut." Er kritisierte, dass unerfahrene Bergsteiger bei ihrem Bestreben, den 8611 Meter hohen Gipfel zu erreichen, die Notwendigkeit eines gesicherten Abstiegs vernachlässigt hätten.
Der K2 im Karakorumgebirge im westlichen Himalaya gilt unter Bergsteigern wegen seiner steilen Wände als schwierigster Achttausender.
(dpa/AFP/ig)