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| 15:23 Uhr

NHL-Star kehrt ins DEB-team zurück
Leon Draisaitl will den Olympia-Helden bei der WM helfen

Wolfsburg/Berlin. Mit NHL-Star Leon Draisaitl geht die deutsche Nationalmannschaft zwei Wochen vor der WM in die heiße Phase der Vorbereitung. "Er soll ein Führungsspieler sein", sagte Bundestrainer Marco Sturm.

Mit NHL-Star Leon Draisaitl geht die deutsche Nationalmannschaft zwei Wochen vor der WM in die heiße Phase der Vorbereitung. "Er soll ein Führungsspieler sein", sagte Bundestrainer Marco Sturm.

Der Ort des größten Erfolgs in der deutschen Eishockey-Geschichte kam Leon Draisaitl nicht über die Lippen. "Ich kann das gar nicht aussprechen", sagte der NHL-Star und lachte. Bei der Silber-Sensation in Pyeongchang war der Stürmer nur Zuschauer, jetzt kehrt er in die Nationalmannschaft zurück und soll bei den Olympia-Helden die wichtigste Rolle übernehmen.

"Er soll ein Führungsspieler sein wie in Edmonton", erklärte Bundestrainer Marco Sturm vor den WM-Vorbereitungsspielen am Donnerstag (19.15 Uhr) in Wolfsburg und am Samstag (17.45 Uhr/beide Sport1) in Berlin gegen Frankreich. Denn knapp acht Wochen nach den Winterspielen in Südkorea ist ein großes Vakuum entstanden: Nach den Rücktritten des Kapitäns Marcel Goc, des Fahnenträgers Christian Ehrhoff und des Torjägers Patrick Reimer sowie dem verletztungsbedingten Ausfall des Routiniers Marcus Kink braucht die Nationalmannschaft eine neue Hierarchie.

Draisaitl, zwar erst 22 Jahre alt, in der NHL aber bereits ein allseits respektierter Leistungsträger, will sich ganz in den Dienst des Teams stellen. "Es geht nicht um mich", sagte er zwei Wochen vor der WM in Dänemark (4. bis 20. Mai): "Ich bin für alles bereit. Ich will der Mannschaft helfen, ob auf dem Eis oder außerhalb."

Nach dem unerwartet frühen Aus nach der NHL-Hauptrunde mit den Oilers gelingt Draisaitl dies allein schon mit seiner Anwesenheit. "Er hebt die Qualität im Training, er zieht Mitspieler mit", hat Sturm festgestellt, "das kann einiges bewegen." Zwei Wochen nach dem letzten Saisonspiel mit Edmonton und nach ein paar Tagen Erholung in seiner Heimatstadt Köln geht der beste deutsche Eishockeyspieler mit deutlich besseren Voraussetzungen als in der Vergangenheit in seine vierte WM. Im Vorjahr in Köln steckten ihm die NHL-Strapazen noch in den Knochen, nachdem er sofort nach dem Play-off-Aus zur bereits laufenden Heim-WM geflogen war.

Draisaitl ist nicht der einzige "Nordamerikaner", der Sturm nach dem "kleinen Schnitt" nach Olympia bei der WM helfen wird. NHL-Verteidiger Dennis Seidenberg von den New York Islanders stößt in den nächsten Woche zum Team, Stürmer Tobias Rieder ist mit den Los Angeles Kings bereits in den Play-offs ausgeschieden, Abwehrspieler Korbinian Holzer (Anaheim Ducks) und Torwart Philipp Grubauer (Washington Capitals) haben ihre Bereitschaft bei einem NHL-Aus signalisiert.

Außerdem hat Sturm mit dem Collegespieler Marc Michaelis (Minnesota State University) sowie den AHL-Profis Frederik Tiffels (Wilkes-Barre/Scranton Penguins) und Markus Eisenschmid (Rocket de Laval) weitere Unterstützung einfliegen lassen. Möglicherweise kommt auch noch Nico Sturm (Clarkson University) dazu.

"Der Konkurrenzkampf ist groß", betonte der Bundestrainer, der mit großem Interesse auf das DEL-Finale zwischen Titelverteidiger Red Bull München und Rekordmeister Eisbären Berlin blickt. Zehn Silbermedaillengewinner von Südkorea stehen dort auf dem Eis. "Ich hoffe, dass es schnell vorbei ist und die Jungs noch ein bisschen Pause bekommen", sagte Sturm. Am Freitag (19.30 Uhr/Sport1) wird er sich bei Spiel vier in Berlin mit der kompletten Nationalmannschaft vor Ort selbst ein Bild machen.

(sid)