Nur so viel: "Das im Schlamm befindliche Eisen ist technisch nicht wirtschaftlich gewinnbar", erklärte Klaus Zschiedrich, Leiter des LMBV-Ingenieurbereichs. Pro Tag fallen nach Angaben von Dr. Wilfried Uhlmann vom Dresdner Institut "Wasser und Boden" (IWB) rund 6,8 Tonnen Eisenschlamm allein in der Spree an. Diese Substanz sei für Wasserlebewesen toxisch. Nicht nur für diese: Denn ohne Fische sinkt auch an den Ufern die Artenvielfalt, da Fischfresser keine Nahrung mehr finden.

Was mit dem braun-roten Schlamm passieren soll, kann heute noch niemand mit Sicherheit sagen. Bislang existieren mehrere Lösungsansätze. Beispielsweise der von Prof. Ludwig Luckner vom Dresdner Grundwasser-Zentrum. Der Experte schlug während der Fachtagung vor, die anfallenden Schlämme in die zu schüttenden Kippen des aktiven Bergbaus einzuarbeiten. "Dazu müsste es eine enge Verzahnung zwischen dem heutigen und dem früheren Bergbau geben", so Luckner. Darüber hinaus sei eine Verfüllung des Schlamms in bestimmte Tagebau-Restlöcher denkbar. Dort sedimentiere das Substrat und könne keinen Schaden mehr anrichten.

Eine wirtschaftliche Verwertung des Eisenschlamms sei mit dem derzeitigen Wissensstand nicht möglich. "Der organische Anteil ist einfach zu hoch", begründete Klaus Zschiedrich. Daher werde auch eine mögliche Deponielagerung diskutiert.

Ohnehin müsse das Problem an seiner Quelle angegangen werden. Und die befindet sich in den Altkippen. Von dort gelange das Eisen ins Grundwasser und somit in die Spree. Die "Hot spots" befänden sich in der Mittellausitz in der Spreewitzer Rinne nördlich des Tagebau-Sees Lohsa II sowie im Bereich der früheren Kohlengrube Burghammer. Wilfried Uhlmann hält zur Problemlösung selbst den Bau einer Dichtwand, um die Spree dauerhaft vor den Schadstoffen zu schützen, nicht für ausgeschlossen. "Diese Technik ist in den vergangenen Jahren weiter vorangeschritten. Das würde sich auch wirtschaftlich rechnen." Ein solches Bauwerk würde das Restloch Lohsa II von der Spreewitzer Rinne trennen.

Weitere Möglichkeiten zur Eisenreduzierung sei der Bau von parallel zum Hauptgewässer verlaufenden Gräben. Diese würden die braun-rote Brühe aufnehmen. Bereits seit langer Zeit funktioniere dieses System an der Schwarzen Elster zwischen Senftenberg und Elsterwerda. Ebenso seien weitere Grundwasserreinigungsanlagen sowie die Hilfe von Bakterien denkbar. Zu letzteren soll im nächsten Jahr ein Pilotprojekt an der Neustädter Ruhlmühle anlaufen. "Auf jeden Fall handelt es sich um ein Thema, dass uns noch lange Zeit beschäftigen wird", so Uhlmann.