Der Zoologische Garten Berlin feierte dank seiner Hauptattraktion Knut im August einen historischen Rekord: Rund 400 000 Besucher - so viele wie noch nie zuvor in der 163-jährigen Geschichte - kamen im vergangenen Monat in den artenreichsten Zoo der Welt. Das teilte Zoo-Vorstand Gerald R. Uhlich gestern mit.
Der Eisbär-Teenie, der heute neun Monate alt wird, bringt inzwischen stolze 78 Kilogramm auf die Waage. Der moppelige Bär sei aber keineswegs zu dick, verteidigt ihn Tierarzt André Schüle. "Dieses Gewicht ist normal für einen Eisbären in seinem Alter", sagte Schüle.
Die im Sommer verordnete Diät, bei der Knut auf zusätzliche Leckerlis wie Croissants verzichten musste, sei beendet. "Knut frisst inzwischen ganz viel Fisch und Fleisch." Daneben bekomme der Eisbär-Star aber immer noch zwei Breimahlzeiten pro Tag.
In der freien Wildbahn lebten die Jungtiere ein bis zwei Jahre mit ihrer Mutter und trinken ihre Milch, sagte der Tierarzt. Knuts Mutter Tosca hatte ihren Nachwuchs allerdings nicht angenommen, weshalb er von Pfleger Thomas Dörflein per Hand aufgezogen wurde.
Die Liebe zwischen den beiden ist übrigens ungebrochen. Berichte, dass der Tierpfleger nicht mehr in das Gehege des kleinen Eisbären dürfe, weil der inzwischen zu gefährlich für ihn sei, stimmten nicht, betonte der Tierarzt. "Nach wie vor kümmert sich Dörflein morgens eineinhalb Stunden vor Öffnung des Zoos hinter den Kulissen speziell um Knut." Dann schaue Knut zu, wie der Pfleger das Futter für andere Tiere zubereite "und klaut sich ab und zu einen Fisch".
Seitdem das damals noch kleine und putzige weiße Fellknäuel am 23. März erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde, lockte der Eisbär mehr als 1,5 Millionen Besucher in den Berliner Zoo. (dpa/uf)