Gezeigt werden 20 Acryl-Bilder, Aquarelle und Fotos des Spaniers, der seit einem Jahr in Altdöbern wohnt. Michael Schmitz sorgte dafür, dass Antonio Bernad nach Deutschland übersiedelte.

Schmitz verwirklicht mit seinem Unternehmen „Solfun Entertainment“ Freizeit-, Umwelt-, Tourismus-, Kunst- und Kulturprojekte. Vor vier Jahren begegneten sich Schmitz und Bernad in Berlin. Ein gezieltes und gegenseitiges Suchen führte schließlich 2010 zum Wiedersehen.

Die heimliche Liebe des Spaniers für Deutschland kommt nicht von ungefähr: „Ich bin zwar in Valencia geboren und aufgewachsen, habe dort aber ein deutsches Gymnasium besucht“, erzählt er. Das Abitur hatte der schon damals talentierte Zeichner mit der Durchschnittsnote 2,4 absolviert. Und auch die Kunstbegabung ist kein Zufall: „Mein Vater, Antonio Bernad Gonzalvez, war mein großer Lehrmeister. Durch ihn habe ich die Liebe zur Malerei entdeckt und Techniken vervollkommnet“, erinnert er sich.

Betroffenheit klingt in seinen Worten mit, ist doch der bedeutende spanische Maler, Surrealist, Illustrator und Karikaturist zwei Wochen nach der Abreise seines Sohnes in Richtung Altdöbern im Alter von 94 Jahren verstorben.

Die ersten selbstständigen Künstlerschritte des jungen Antonio Bernad verliefen weniger gradlinig. Er vergeude hier nur seine Zeit, es gebe nichts, was sie dem Sohn eines so berühmten Künstlers noch lehren könnten, erklärten Dozenten der Universität für Bildende Kunst. Und so wechselte er nach einem Jahr die Fachrichtung, um Wirtschaft und Design zu studieren und die Malerei zu perfektionieren.

Zu dieser gesellte sich die Leidenschaft fürs Kochen. „Ich bin Junggeselle und musste mich nach dem Verlassen des Elternhauses selbst versorgen“, erklärt der Hobbykoch. Seine Paella sei ein Traum, schwärmen Personen, die schon einmal das von ihm zubereitete spanische Nationalgericht probiert haben. Bei zwei feierlichen Anlässen in der Altdöberner heilpädagogischen Awo-Wohnstätte und im Park kamen bereits Mitbürger seines neuen Heimatortes in den Genuss.

Der Landschaftspark zählt zu den Lieblingsplätzen von Antonio Bernad. So ist es nur nachvollziehbar, dass auf einigen seiner Werke bekannte Ansichten wie Neptunbrunnen, Flüsterbank oder Gondelpavillon zu erkennen sind. Am gelungensten bewertet er jedoch die Auftragsarbeit einer Altdöberner Familie, für die er Albrecht Dürers berühmtes Kunstwerk „Betende Hände“ reproduzierte. „Auf Bestellung zeichne ich auch gerne Gebäude und Porträts“, erzählt Bernad über seine Arbeit.

Bevor er im kommenden Jahr neue künstlerische und kulinarische Akzente setzt, stehen jedoch ein Besuch des Heimatlandes, der Mutter und seiner fünf Geschwister und deren Familien auf dem Programm. Die 2200-Kilometer-Reise nach Valencia wird Antonio Bernad mit seinem in die Jahre gekommen Renault 5 antreten. Im ersten Quartal 2012 werde es dann zurück nach Deutschland gehen, nach Altdöbern und in die spartanischen Wohngegebenheiten im Kavaliershaus am Schlosspark, plant der 49-Jährige.

So manches Altdöberner Herz hat der Maler dank seiner Genügsamkeit und Höflichkeit erobert, der von sich selbst sagt, dass ihm zwei Dinge nicht gelängen – „das große Geld verdienen und Hemden bügeln“.