Die geplante Strukturreform des Fuball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) wird immer konkreter. Für die Kreise im RUNDSCHAU-Verbreitungsgebiet ändert sich im Jahr 2014 teilweise sehr viel. So werden die Fußballkreise Elbe-Elster, Senftenberg und Spreewald zusammengefasst. Dieser Großkreis hat dann rund 115 Vereine und ein enormes Verbreitungsgebiet.

„Der Fußballkreis wird dann einer der größten in Brandenburg sein“, sagt Wolfgang Geister, Vorsitzender in Elbe-Elster. Ihm liegt aber im Zuge dieser Veränderungen besonders am Herzen, dass der Nachwuchsspielbetrieb in den Kreisen verbessert wird. In diesem Fall gebe es noch Nachhol- und Abstimmungsbedarf.

Ursprünglich wollte Elbe-Elster eigentlich nur mit Senftenberg fusionieren. Die Zusammenlegung mit dem Fußballkreis Spreewald wurde jetzt erforderlich, da sich der Spreewald-Kreis nicht mit den eigentlich favorisierten Partnern Jüterbog/Luckenwalde und Dahmeland einigen konnte. „Wir hatten allerdings die Bedingung, dass zwei Kreis-Vertreter direkt in die Landesklasse aufsteigen“, so Geister.

In Elbe-Elster/Senftenberg/Spreewald soll es über den drei Kreisligen eine Kreisoberliga, oder wie sie Geister nennt „Südwestliga Brandenburg“ geben. Diese wäre dann unter den Landesklassen platziert und würde die genannten zwei Aufsteiger stellen. Die Landesklassen-Staffeln könnten zudem von fünf auf vier reduziert werden. Auch sollen die Kreisligameister in der Relegationssaison 2013/14 auf jeden Fall in die Landesklasse aufsteigen und damit die neue Kreisoberliga überspringen. Nach der grundsätzlichen Entscheidung für acht Kreise geht es jetzt bezüglich solcher Themen mit den neuen Partnern in die Feinabstimmung.

„Die Gespräche mit Senftenberg und Elbe-Elster liefen auf Augenhöhe. Die meisten Klubs in unserem Kreis werden sicherlich zusammenbleiben“, sagt Benjamin Kaiser, Vorsitzender des Fußballkreises Spreewald und ist zuversichtlich, dass dieser Zusammenschluss richtig war. Er gibt aber auch zu, dass es sich um einen Kompromiss handelt, da die Variante, sich an den politischen Kreisen zu orientieren, nicht möglich war. „Wir können aber damit gut leben und haben unsere Ziele erreicht“, so Kaiser.

Nachdem es anfangs noch einige kritische Stimmen bezüglich der geplanten Strukturreform gab, hat sich die Meinung mittlerweile geändert. „Die Vereine haben die Beschlüsse mitgetragen und stehen der Reform positiv gegenüber“, sagt FLB-Geschäftsführer Michael Hillmann.

Weitere Details über die genaue Zusammensetzung der Kreise und die Anzahl der Vereine werden bei der FLB-Beiratssitzung Anfang 2012 beraten.

Wenig ändert sich im Vergleich zu den drei geannnten Fußballkreisen für die Vereine im Niederlausitz-Kreis. Dieser wird mit momentan 86 Klubs eigenständig bleiben. „Es wird aber sicherlich den einen oder anderen Verein an der Grenze zum Spreewald und auch im Raum Guben geben, die den Kreis wechseln“, sagt der Vorsitzende Frank Leopold.

Seiner Meinung nach wurde es Zeit, dass es zu einer Strukturreform kommt, da sein Kreis bereits seit Jahren viele Vereine hat. Leopold begründet dies zudem mit dem Ungleichgewicht bei Abstimmungen im Beirat. „Wir haben im Vergleich zu anderen Fußballkreisen dreimal so viele Vereine, aber trotzdem nur eine Stimme im Beirat. Da gab es immer mal wieder Probleme.“

Der neue Richtwert von rund 75 Vereinen pro Kreis sei fair und richtig.

Kein Verständnis hat Leopold für die Haltung der MOL-Vertreter in Märkisch-Oderland. „Dort haben sie sich anfangs geweigert, an Diskussionen teilzunehmen. Es scheint intern ein Kommunikationsproblem zu geben.“

Im Gespräch sei ein Anschluss an Oder/Neiße und Spree. Im schlechtesten Fall droht Märkisch-Oderland eine Teilung. „Das sollte auf jeden Fall vermieden werden.

Das Schlimmste wäre, wenn die Strukturreform gegen den Willen eines Fußballkreises beschlossen wird“, betont der Vorsitzende des Fußballkreises Niederlausitz.