Im Spreewald stößt dieses Ansinnen auf wenig Gegenliebe. Peter Schapp aus Raddusch ist jedem Monat durchschnittlich 4000 Kilometer zwischen Leipzig und Rostock auf Autobahnen unterwegs, wie er sagt. „Viel wichtiger als eine Pkw-Maut ist, den Verkehr auf den Autobahnen vernünftig zu ordnen. Der Lkw-Verkehr nimmt ständig zu. Deshalb sollte endlich ein Überholverbot für Lkw auf zweispurigen Autobahnen durchgesetzt werden. Man kommt ja nicht mehr vorwärts“, sagt er.

Einer Pkw-Maut zustimmen würde Knut Petrick aus Vetschau unter der Bedingung, „dass die Steuern merklich gesenkt werden. Ich zahle im Jahr 850 Euro für meinen Transporter. Werden die Steuern nicht gesenkt, hätte ich nichts gegen eine solche Maut für Ausländer, die unsere Autobahn benutzen.“

„Ich bin dagegen, wenn wieder etwas teurer wird“, sagt Monika Matter aus Calau. Viele Familien müssten sich wegen der Wege zur Arbeit zwei Autos halten, so würde eine Pkw-Maut wieder viele „kleine Leute“ treffen, die auch sonst schon vom Staat zur Kasse gebeten werden. „Die Unzufriedenheit wird immer größer“, stellt sie fest.

Frank Marciniak aus Altdöbern hält das ganze Prinzip der Besteuerung für ungerecht. „Ich bin für die Abschaffung der Kfz-Steuer. Sie wird nicht nutzungsabhängig erhoben“, stellt er fest. Als Wenig-Fahrer wäre er für eine Abschaffung dieser Steuer. Bei der Einführung einer Maut sollte über mehr Gerechtigkeit nachgedacht werden. „Große, schwere Fahrzeuge nutzen die Straßen ganz anders ab als leichtere Autos“, gibt er zu bedenken.

Michael Hensel aus Lübbenau sieht eine Pkw-Maut nur als sinnvoll an, wenn „das Geld tatsächlich in den Straßenbau fließt“. Dann sei sie zumindest nicht sinnlos. Die Maut dürfe jedoch nicht zu einer zusätzlichen Belastung für Autofahrer werden. „Die ist schon hoch genug. Dann müsste es Entlastung an anderer Stelle geben.“