Ist der Kerl verrückt? So mögen vielleicht viele Menschen seiner Umgebung gedacht haben. Da verkauft er sein Haus, sein Vieh, ja seine gesamte Existenz, nur um diesen Acker zu kaufen, der doch gar nicht so besonders fruchtbaren Boden hat.

Was soll das? Ist der Mann noch zu retten? Was die Menschen seiner Umgebung nicht wissen: In diesem Acker liegt ein Schatz. Der Bauer hat ihn bei Gelegenheit gefunden, wieder verscharrt und kauft jetzt den Acker, damit er dadurch auch in den Besitz des Schatzes kommt.

Er ist also gar nicht so "blöd", wie einige meinen. Er tätigt eine lohnende Investition. Und als er dann Eigentümer des Ackers ist, ist er auch Eigentümer des großen, verborgenen Schatzes. Jetzt beginnt für ihn ein ganz anderes Leben.

Jesus von Nazareth erzählt diese Geschichte (Matthäus, 13, 44) und macht damit aufmerksam, dass Gottes Reich zwar verborgen ist, aber dennoch für uns Menschen ein großer Schatz. Ich muss an diese Geschichte immer denken, wenn Menschen zu mir sagen: "Ich weiß nicht, ob es Sinn hat zu glauben. Was hab' ich davon?" Und dann wird meistens die Kirchensteuerproblematik noch nachgeschoben. "Das lohnt sich nicht!" wird argumentiert. Verständlich. Wer nur auf sein Geld, seine äußeren Vorteile, seine eigenen Interessen schaut, der sieht nur den Acker. Also fragt er sich: "Was soll's?" Das Geschenk des Glaubens, also die "Vorteile" liegen nicht offen auf der Hand.

Die Kirche selbst macht es uns ja häufig auch nicht gerade leicht, darüber nachzudenken, ob in diesem "Gestrüpp" auf dem Acker der Kirche wirklich ein Schatz verborgen liegt. Ich kann nur sagen: probiere es aus. Es lohnt sich.

Ich habe durch meinen Glauben an Gott schon so viel Freude erlebt, durch meine Unterstützung von Bedürftigen, durch meine Hilfe bei Hilflosen, die Erfahrung gemacht, dass sogar bis ins Finanzielle hinein man unvorhergesehen selber etwas geschenkt bekommt. Mein Leben ist geborgen. Ich bin gut aufgehoben. Probier es selbst. Die Investition lohnt sich.Hans-Udo Vogler,

Rektor emeritus Freienhufen