„Bei dem gezeigten Foto müsste es sich um die Stradower Kirche handeln, also um den Ort Stradow. Dieser wurde im Jahre 1982/83 beräumt und später abgebaggert. Ich selbst habe bis November 1982 mit meiner Familie dort gewohnt. Zum damaligen Zeitpunkt war ich neun Jahre alt“, schreibt Peggy Ellis aus Spremberg.

Auch Edeltraud Eichler aus Spremberg hat ihren Heimatort auf dem Foto gleich wiedererkannt: „Rechts neben der Kirche stand das Schulgebäude und gegenüber befand sich mein Elternhaus.“

„In der Kirche hielt der Pfarrer bis Ende des 19. Jahrhunderts die Predigt in sorbisch/wendischer und deutscher Sprache. Die sorbisch/wendische Tracht wurde in Stradow bis 1960 getragen“, berichtet Thomas Methe aus Forst.

Eine besondere Verbindung zum vom Heimatverein bereitgestellten Bild hat Frank Noack aus Spremberg: „Das Foto wurde von mir aus dem Küchenfenster unseres Hauses in den 70er-Jahren aufgenommen. Wir wohnten am Weg zum Ausbau 1 und hatten einen wunderschönen Ausblick auf den vorliegenden Garten.“

Die Kirche von Stradow war eine der ältesten Steinkirchen, die in Brandenburg gebaut wurden. „Teile des Altars findet man heute im Gemeindehaus der Kreuzkirchengemeinde in Spremberg.

Als letzter Pfarrer war hier Herr Werdin tätig“, berichtet Frank Noack, der sich noch an viele Erlebnisse erinnert: „Dazu gehören insbesondere die vielen Tanzabende in der Gaststätte, sowie die gemeinsam veranstalteten Treffen mit den Jugendlichen des Ortes. Die letzte größere Feierlichkeit im Ort war dann mein Polterabend am Himmelfahrtstag des Jahres 1982.“

Zum Thema:

Zum ThemaDer abgebaggerte Ort der Vorwoche ist Stradow (T{scaron}adow).Erste Erwähnung: 1346Abbaggerung: 1983/84Tagebau: Welzow-SüdAnzahl der Umsiedler: 320 Daten entnommen aus der Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlung. Weitere Infos: www.verschwundene-orte.de