feiern wie gewohnt: beim Rummikub-Abend mit der ehemaligen Kollegin Berghoff (72) und zwei weiteren Freunden in seiner Hamburger Wohnung.

"Ich habe vor 17 Jahren aufgehört und seitdem keinen Tag gedacht: Oh Gott, wie schade", sagt er. Noch immer werden auf der Straße sein Gesicht und seine Stimme erkannt. "Aber wenn man mich anspricht, ist das immer sehr maßvoll."

Der distanziert wirkende, hagere Mann ist nicht der Typ, dem man mal eben kumpelhaft auf die Schulter klopft. Als "total kompromisslos" beschrieb Berghoff ihn mal und Wieben pflichtete ihr bei. "Ich bin auch ein Einzelgänger, deshalb ist selbst die Zeit mit Freunden limitiert."

Den Wunsch nach Ehe oder Kindern habe er nie gehabt, sagt Wieben, dessen Homosexualität seine Freundin Inge Meysel (1910-2004) mal in der Öffentlichkeit zum Thema machte: "Eigentlich habe ich nur schwule Freunde. Ich verreise zum Beispiel gerne mit Wilhelm Wieben", sagte die Schauspielerin 1995 in einem Interview.

26 Jahre lang war Wieben Sprecher bei Deutschlands bekanntester Nachrichtensendung, Musiker wie Falco ("Jeanny") und Udo Lindenberg ("Mein Ding") verewigten ihn in ihren Songs. Kontakt zur "Tagesschau" hat er heute nicht mehr. "Es war für mich eine wunderschöne Berufszeit. Aber wenn es vorbei ist, ist es vorbei", sagt er.

Wieben hatte einst Schauspiel studiert und stand später unter anderem in der Hamburgischen Staatsoper und im Schmidts Tivoli auf der Bühne. Den Fernseher schaltet er meistens nur abends ein, um sich über das aktuelle Geschehen zu informieren. Aber am Computer daddele er gern immer wieder mal, erzählt er. "Ich bin ja generell ein Spieler", sagt Wieben und bekennt: "Spielcasinos meide ich, weil ich weiß, dass ich da sehr gefährdet bin." Genauso entschlossen hat er seine Arbeit beendet, die er nach der "Tagesschau" etwa mit Lesungen und Hörbüchern fortgesetzt hatte.