Bei einem spektakulären Coup in Berlin sind Gangster durch einen 30 Meter langen Tunnel in eine Bank eingestiegen und haben dort zahlreiche Schließfächer ausgeräumt. Die Täter hatten den Gang wohl selbst gegraben, wie die Polizei am Montag mitteilte. Der Tunnel beginne in einer Tiefgarage hinter der Bank, sagte eine Polizei-Sprecherin.

Die Polizei ist sich sicher, dass ein solcher Tunnel nicht in einer Nacht zu buddeln ist. . Der Bau könne Tage oder Wochen gedauert haben. In der Nacht zum Montag gelang den Einbrechern dann offenbar der Durchbruch in den Raum der Bank. Dort räumten die Täter private Schließfächer aus, wie die Sprecherin sagte. Sie konnten mit der Beute unerkannt fliehen - wie viel Geld die Bande mitnahm, war zunächst unklar.

Der Einbruch war am frühen Montagmorgen über Umwege aufgeflogen. "Ein Anwohner bemerkte gegen 6.15 Uhr Rauch in der Tiefgarage", sagte die Sprecherin. Die alarmierten Sicherheitskräfte entdeckten dann den Durchbruch in der Garage. Vermutlich hätten die Täter das Feuer dort und auch in der Bank gelegt, um Spuren zu verwischen.

In der Tiefgarage gebe es einzelne Stellplätze, die mit Rolltoren abgetrennt und deshalb nicht von außen einsehbar seien. Von dort aus konnten die Täter anscheinend unbehelligt graben und bauen.

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf im Berliner Westen war wiederholt Schauplatz spektakulärer Banküberfälle und Geiselnahmen. Erst im Dezember hatte ein Mann dort eine Bank überfallen. Er hielt neun Stunden einen Angestellten als Geisel in seiner Gewalt, bevor die Polizei ihn zum Aufgeben bewegte.

Auch einen Tunnel gruben Gangster dort nicht zum ersten Mal. Im Juni 1995 waren vier Räuber über einen selbst gegrabenen Gang in eine Bank in Zehlendorf eingestiegen und hatten 16 Geiseln genommen. Kurz bevor die Polizei das Gebäude stürmte, flohen die Räuber mit ihrer Beute durch die Röhre. Diesmal stellten es die Täter schlauer an - sie verschwanden ohne Geiselnahme und akuten Polizeialarm mit der Beute.