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| 02:41 Uhr

Einblicke ins Gubener Gefängnis

Guben. Das Gubener Stadt- und Industriemuseum widmet sich ab dem 2. Mai einem nahezu vergessenen Ort: dem Gubener Gefängnis. red/fh

Nahe der Haupteinkaufstraße von Guben - hinter Wohnhäusern versteckt - befindet sich das ehemalige Gefängnis - ein Backsteinbau vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Dem Gebäude sieht man an, dass die letzte Nutzung viele Jahre zurückliegt.

Das Gefängnis, das nur ein paar Meter vom Gubener Gericht entfernt ist, wurde als "Gerichtsgefängnis Guben" erbaut und 1899 in Betrieb genommen. Bis 1952 wurde das Gebäude als Gefängnis genutzt und mit der Verwaltungsreform von 1952 in der ehemaligen DDR in eine Untersuchungshaftanstalt umgewandelt. 1962 verließen die letzten Häftlinge das Gemäuer. Bis zum Jahr 1991 nutzte die Volkspolizei das Gebäude als Materiallager. Wesentliche Teile des Hauses sind bis auf einige wenige bauliche Veränderungen "konserviert": Zellentüren auf den Etagen, Meldestangen und Wandgestaltungen im Inneren der Zellen sowie in den Aufenthaltsräumen - samt Gravierungen von den damals Inhaftierten - sind teilweise erhalten geblieben. Diese Gravierungen erzählen viel vom seelischen Zustand der ehemaligen Inhaftierten.

Die Exposition - erstellt vom Berliner Fotografen Lars Wiedemann - erzählt eine weitere Gubener Geschichte. Neben Aufnahmen, Dokumenten und Schriftstücken sind authentische Tonaufnahmen damaliger Inhaftierter zu hören. Die Schau wird durch eine Präsentationsmappe des Gubeners Ernst-Dieter Karpinski ergänzt.

Die Ausstellung ist vom 2. bis zum 22. Mai sowie vom 25. Juni bis zum 22. September sehen.