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Handball
Ein Wachrüttler für den LHC

Werder. In der Handball-Oberliga hat der LHC Cottbus in Werder eine empfindliche Niederlage kassiert. Der Vorjahresmeister aus der Lausitz unterlag beim Drittliga-Absteiger Grün-Weiß deutlich mit 22:33. Wolfgang Swat / wsw1

Cottbus verharrt nach drei Spielen mit nur einem Pluspunkt auf dem vorletzten Tabellenplatz. "An diesem Tag hat einfach nichts gepasst", stellte LHC-Trainer Marcel Linge ernüchtert fest. "Werder war sehr gut, und bei uns konnten einige Spieler nicht abrufen, was sie können."

Praktisch von Beginn an hatte der Gastgeber den LHC in eine Nebenrolle gedrängt. Nach 16 Minuten führte Werder bereits mit 10:3, und an diesem deutlichen Abstand änderte sich auch bis zur Halbzeitpause (15:8) nichts. Wer auf ein Aufbäumen im zweiten Spielabschnitt gehofft hatte, wurde enttäuscht. Zwar konnten die Cottbuser kurzzeitig den Abstand auf vier Tore reduzieren (16:12, 35. Min., 18:14, 41.), mehr aber ging nicht. Als Werder danach innerhalb von zehn Minuten auf 25:15 davon zog, war eine Niederlage besiegelt, mit der in dieser Höhe wohl keiner im LHC-Lager gerechnet hatte. "Werder hat sich in einen Rausch gespielt, und wir haben uns viel zu viel mit den Schiedsrichtern beschäftigt", räumte Linge ein.

Schon unter der Woche stand diese vermeintliche Spitzenpartie beim LHC unter keinen guten Vorzeichen. Bedingt durch Verletzungen (Meier, Efa), Krankheit und durch arbeitsbedingte Verhinderung war ein vernünftiges Training nicht möglich. "Manchmal standen nur sieben Spieler zur Verfügung", erklärte Linge. Spieler, die Arbeitsstellen bei der GWC und bei der Sparkasse Spree-Neiße haben, können laut Linge Job und Sport gut unter einen Hut bringen, bei anderen Akteuren klappe das weniger. "Aktuell ist die Situation im Verein und im Umfeld nicht zufriedenstellend", räumte Linge ein und nannte dafür noch immer schwelende Konflikte im Nachwuchsbereich und eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten.

Die Niederlage in Werder mit zehn Toren Differenz "war hoffentlich ein Wachrüttler zur rechten Zeit", so Linge.

LHC: Berndt, Adam, Mudrick (Tor); Widera (5 Tore), A. Takev (5), Nietzel (3), Fischer (3) R. Takev (2), F.Takev (2), Lößner (2), Baccar, Schmitz, Reimann, Mulemba.