Letztendlich war es die Zuspitzung des Konfliktes zwischen Katholiken und Protestanten, die den Anlass für gaben. Der Brandenburger Kurfürst stellte sich zunächst auf die Seiten der Protestanten - und damit gegen den Kaiser. Nachdem der Kaiser den böhmischen König besiegt hatte, floh dieser nach Brandenburg.

Anfang der 1620er-Jahre, als der Krieg noch nicht in Brandenburg tobte, wurden an der Peitzer Festung endlich notwendige Reparaturen vorgenommen, Getreide aus Cottbus wurde zur Versorgung an die Peitzer Festung geliefert. Weil keine zusätzlichen Kräfte für die Peitzer Festung kamen, erfolgte 1623 eine Musterung unter der Bürgerschaft. Mitte der 1620er-Jahre belagerten Wallensteins Truppen fast ganz Brandenburg. Weil er aber die Brandenburger Festungen verschont ließ, wurde 1630 Adligen der Rückzug in die Peitzer Festung angeboten unter Bedingungen, dass sie Proviant für ein Jahr mitbrachten.

Während der Krieg nun auch rings um Peitz tobte und die Bevölkerung leiden ließ, blieb die Festung ein sicherer Zufluchtsort - obwohl die Situation sich dort auch ständig verschlechterte. 1641 konnte der Festungskommandant keinen Sold mehr zahlen, Soldaten starben an Hunger oder desertierten. Trotzdem blieb die Peitzer Festung ein sicherer Zufluchtsort, der Hofstaat des Kurfürsten logierte hier bis 1643 mit dem nötigen hohen Versorgungsaufwand, was die Lage in der Festung weiter verschlimmerte. Trotzdem blieben viel Adlige bis zum Ende des Krieges 1648 hier, wurden auch mit Hafer aus Cottbus versorgt.

,,Die Bewohner der Festung Peitz kamen während des Krieges einigermaßen über die Runden, allerdings musste die Bevölkerung in den Städten und Dörfern unsagbar leiden, immer wieder gab es brutale Plünderungen", fasste Volker Liebmann seine Erkenntnisse zusammen.

,,Ich interessiere mich als Peitzerin für die Peitzer Geschichte. Ich fand es heute sehr interessant, hätte mir aber noch mehr Details gewünscht. Das ist sicher schwer herauszufinden", sagte Marianne Markus nach dem Vortrag. Marion Hirche