Die Sommerweben der Wolfsspinnen, allgemein bekannt als das Phänomen im Altweibersommer, führten zu einem sehr alten Volksglauben. Sie sollen vom Kleide einer Göttin stammen. In frühchristlicher Zeit hielt man sie für Fäden aus dem Mantel Marias, den sie bei ihrer Himmelfahrt getragen hat, deshalb ist der Altweibersommer auch als Marien- oder Fadensommer bekannt. Nur bei vorhandener Thermik fliegen ihre Fäden, damit hatten die Spinnen im vergangenen Monat keine Probleme.

Nach einer eher herbstlich anmutenden ersten Dekade sorgten diesmal Hochdruckgebiete für viel Sonne und Temperaturen, die manchem August der vergangenen Jahre gefallen hätten. Immerhin stiegen an 17 Tagen die Werte über die 20-Grad-Marke, wobei der 4. September mit 29 Grad Celsius der wärmste von vier Sommertagen war.

Die nun wieder merklich länger dauernden Nächte kühlten schon ordentlich ab. Der Tiefstwert lag am Morgen des 24. September bei 4,8 Grad Celsius. Das Monatsmittel der Temperaturen lag bei warmen 16,36 Grad Celsius. Somit war der vergangene Monat um zwei Grad wärmer als normal.

Zur Erinnerung: Auch der 9. Monat des Jahres 2009 war super und mit sieben Sommertagen noch wärmer.

An den vergangenen 30 Tagen fiel nur an sieben Tagen messbarer Niederschlag. Dieser konzentrierte sich auf Schauer und Gewitter, wobei von den insgesamt gefallenen 85 Millimetern Regen allein 50 am 18./19. September fielen. Seitdem blieb es trocken und der Altweibersommer ging nahtlos in den Goldenen Oktober über.

Vielerorts in den Gärten war es ein gutes Obstjahr. Zuckersüße Weintrauben und jede Menge Äpfel und Birnen ließen den Hobbygärtner noch nicht an die kalte Jahreszeit denken. Dennoch sind wir mit der Reife der Waldfrüchte wie Eicheln und Kastanien bereits im Vollherbst angekommen.