"Die Figur Leichhardts ist ein wichtiges Element der bilateralen Zusammenarbeit." Diesen Worten des australischen Botschafters Peter Tesch fühlt sich Winfried Rekitt verpflichtet. Der Straupitzer ist schon in verschiedene Rollen geschlüpft. "Ohne Scharlatan zu sein", betont er. Das Rollenspiel liege in seiner Natur. Doch jede Figur ist eine neue Herausforderung - und die des Australienforschers Ludwig Leichhardt ganz besonders. Viel hat Winfried Rekitt schon über den Mann gelesen, der vor 200 Jahren in Trebatsch im Spreewald geboren wurde, doch er ist mit seinen Nachforschungen noch nicht am Ende. Er möchte die Figur nicht nur mit Zylinder und Gehrock darstellen, sondern den Besuchern des Leichhardtlandes auch etwas über die Bedeutung des Naturforschers aus dem 19. Jahrhundert vermitteln.

Heiko Jahn, Geschäftsführer der Tourismus-Entwicklungsgesellschaft Lieberose/Oberspreewald (TEG), ist froh, Winfried Rekitt als Akteur in seinem "Boot" zu haben. Denn mit seiner historischen Figur wird er eine Reihe von Höhepunkten begleiten, die geeignet sind, das Leichhardtland über die Region hinaus bekannt zu machen. So will es zur Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) in der Brandenburghalle am Stand des Tourismusverbandes Spreewald mit einem "lebendigen" Leichhardt das Interesse des Publikums und der Medien wecken. "Die anderen Mitglieder des Verbandes haben mitgezogen und so wird es möglich sein, dass sich der gemeinsame Stand vom 6. bis 10. März unter dem Leichhardt-Motto präsentiert", sagt Heiko Jahn.

Auf der ITB werden auch die neuen Prospekte "Ein Preuße, der auszog, Australien zu entdecken!" vorgestellt. "Wir haben uns dafür entschieden, die preußische Herkunft von Ludwig Leichhardt auf dem Logo einzusetzen - in Anknüpfung an ,300 Jahre Friedrich' im vergangenen Jahr", erklärt der TEG-Geschäftsführer. Die Broschüre ist auch in allen Tourist-Informationen der Region erhältlich. Es sind alle Veranstaltungshöhepunkte aufgeführt und in Deutsch wie auch Englisch erläutert. Ob die Leichhardt-Entdeckertour "Schwielochsee - Cottbus", der 33. Gedenklauf oder der Spreewaldmarathon, zu dem es eine Nachtwanderung unter dem Motto "Auf den Spuren Leichhardts mit australischen Kostbarkeiten" geben wird - es sind viele bewegte Angebote enthalten. Und so wird der Kaffenkahn vom 26. Juli bis 5. August über den Schwielochsee kreuzen. Schiffsbauingenieur Peter Alker aus Fürstenberg/Havel hat einen solchen Lastensegler nachgebaut, mit dem er sonst auf seinen Gewässern unterwegs ist. Der letzte Kaffenkahn segelte vor mehr als 120 Jahren von Berlin in den Schwielochsee. In Leichhardts Jugend wurden so Waren transportiert, sein Vater besaß eine Flotte von neun Kähnen.

Die 2. Schwielochsee-Konferenz, die Einweihung des Leichhardt-Trails mit der Eröffnung der Ausstellung im Schloss Branitz, die Vernissage der Aquamediale "Weites Land", das Drachenbootrennen, das Leichhardt-Dorffest in Trebatsch, die internationale Bildungskonferenz mit Projektwoche, der Gedenklauf, die 8. Leichhardt-Konferenz und viele Veranstaltungen mehr verlangen auch von den Mitarbeitern der TEG ein besonderes Engagement. Da müssen Prioritäten gesetzt werden. "Die Mitarbeiter ziehen mit", stellt Geschäftsführer Jahn fest. Neben dem Stress gebe es auch viele neue Eindrücke. "Das macht ja auch Spaß", betont er.

Und für Winfried Rekitt rückt der nächste Höhepunkt als Leichhardt-Darsteller näher. Am 19. Februar findet in Berlin der Festakt zu Ehren des Australienforschers im Bundestag statt. "Das ist eine große Aufgabe", sagt der Straupitzer Bürgermeister. Das Programm stehe schon fest. Doch er wird nicht nur mit dem Kostüm, das er aus dem Fundus des Staatstheaters Cottbus zur Verfügung gestellt bekommt, die Brücke vom 19. ins 21. Jahrhundert schlagen. Er beschäftigt sich zurzeit mit Tagebuchaufzeichnungen und wird daraus auch rezitieren. Er weiß von der Veranstaltung zum Tag der Deutschen Einheit in Berlin, dass das Publikum an "Leichhardt" manche Frage haben wird, die er so gut wie möglich beantworten will. Das ist eine große Herausforderung.

Und sein Anspruch ist hoch: "Ich will Ludwig Leichhardts Persönlichkeit so darstellen, wie er in Australien bekannt ist." Sein Gedanke ist es, die Region als Leichhardtland bekannt zu machen, wie es ohne den Australienforscher kaum möglich wäre. "Damit wäre er sicher einverstanden", sagt Winfried Rekitt.