Als Top-Banker und Industrieaufseher genoss der groß gewachsene Kopper einen exzellenten Ruf. Immer wieder eckte er aber auch an. Unvergessen ist vor allem eine Äußerung: 1994 tat Kopper offene Handwerkerrechnungen in zweistelliger Millionenhöhe im Zusammenhang mit der Pleite des Baulöwen Jürgen Schneider als "Peanuts" ab. "Peanuts" wurde das "Unwort des Jahres" 1994, die Jury rügte: "Eine derartige abschätzige Bewertung von Geldsummen, von denen Durchschnittsbürger und -bürgerinnen nur träumen können, ist in Finanzkreisen leider gar nicht so selten."

Am 13. März 1935 als Sohn eines Landwirts im westpreußischen Oslanin geboren, begann Koppers Laufbahn unspektakulär: Als Lehrling in einer Filiale der Rheinisch-Westfälischen Bank in Köln-Mülheim, die später in der Deutschen Bank aufging. "Entsetzlich" habe er die ersten Tage als Auszubildender im April 1954 gefunden. 1957 ging es als Trainee nach New York, nach der Rückkehr begann sein Aufstieg bei der Deutschen Bank. 1977 rückte Kopper in deren Vorstand auf - eine Karriere mit Seltenheitswert, schließlich absolvierte Kopper nie ein Studium.

Die Ermordung des damaligen Vorstandssprechers Alfred Herrhausen im November 1989 änderte die Lage nochmals schlagartig: Kopper wurde zum Nachfolger berufen. Er setzte die von Herrhausen angestoßene Internationalisierung der Bank in die Praxis um - ein entscheidender Schritt für Deutschlands bedeutendstes Geldhaus. Nach acht Jahren übergab Kopper den Chefposten im Mai 1997 an Rolf Breuer und wechselte an die Spitze des Deutsche-Bank-Aufsichtsrates (1997-2002). Den Daimler-Aufsichtsrat lenkte Kopper gar 17 Jahre.

Kopper hat aus erster Ehe eine Tochter und zwei Söhne, in zweiter Ehe ist er seit 2003 mit Brigitte Seebacher-Brandt verheiratet, der Witwe des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD).