"Sie schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart." Mittelpunkt des Lebens 1992 hat Mantzsch die Heraldik in den Mittelpunkt seines Lebens gerückt. Die "Hilfswissenschaft der Geschichte" ist für ihn eine Berufung. "Ich verbringe viel Zeit in Archiven, führe lange Diskussionen mit meinen Auftraggebern und muss hin und wieder auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen", beschreibt er seine Arbeit. Mantzsch kennt sich in Wappenkunde, Wappenkunst, Wappenrecht und Farbgestaltung aus. Der Entstehungsprozess eines Wappens beginnt im Kopf. Ersten Skizzen folgen digitale Entwürfe am Computer. "Viele glauben, dass ich mit der Baskenmütze an der Staffelei stehe", sagt Mantzsch. Aus mehreren Entwürfen sucht sich der Auftraggeber den Favoriten raus, dessen Richtigkeit und Einmaligkeit von einem Gutachter bewertet wird. Als letzte Instanz genehmigt oder verweigert eine Landesbehörde die Anerkennung. "Meine Wappen sind noch nie gescheitert", sagt der Heraldiker. Der Weg bis zur Genehmigung ist oft schwierig. "Ich muss geschichtliche Nachhilfe leisten und mit Vorurteilen und Irrtümern aufräumen", erklärt Mantzsch. "Wappen sind keine Fantasiegebilde." Großer Aufklärungsbedarf Dann muss er Gemeinderäten klar machen, dass die Dorfkirche sich nicht für ein Wappen eignet, weil es ihr an Unverwechselbarkeit fehlt. Oder dass die vermeintlichen Kleeblätter eigentlich Lindenblätter, die Schwerter nur simple Vorlegemesser aus der Küche und die Forellen gar keine Forellen sind. Wird ein Wappenstreit jedoch zum handfesten Parteienzwist, tritt Mantzsch den Rückzug an. Mehr als 20-mal änderte er das Wappen des Berliner Bezirks Pankow, der als einziger der Hauptstadt keines hat. Vor Kurzem hat er den Auftrag zurückgegeben. "Wenn die Wünsche so weit gehen, dass der Entwurf ein schönes Bild wird, aber heraldisch unkorrekt ist, dann verweigere ich mich."