Die Fachkoordinatorin Marketing beim Lafim-Dienste für Menschen im Alter gGmbH, Christiane Soyeaux, brachte einen Altersanzug mit dem geheimnisvollen Namen "Age-Man" (deutsch: Altersanzug) mit. Die Gäste des Themenabends in der Wi LaCantina ließen sich nicht lange bitten, sich als Probanten zur Verfügung zu stellen. Als erste unterzog sich Silvia Luckfiel vom AWO-Pflegedienst dem Alterungstest. Bandagen um die Gelenke an Beinen und Armen, Spezialhandschuhe, dazu noch eine Lendenwirbel bandage um den Bauch und eine Bandage um den Hals vermittelten schon ein erstes Gefühl von eingeschränkter Mobilität. Eine Weste, eine Hose und eine Jacke mit einigen Kilos Sand im Futter verstärkten dieses Gefühl noch. Dazu Gehördämpfer und ein Visier zur Simulierung des eingeschränkten Sehvermögens. Das machte es ihr dann nicht einfach, sich auf einen Stuhl zu setzen und mal schnell wieder aufzustehen. Der Versuch ein Geldstück aufzuheben ging fast schief, da war schon Hilfe nötig.

Silvia Luckfiel spürte auch, dass es problematisch ist, die Pillenschachtel zu öffnen oder die Milch aus den kleinen Kaffeebechern heraus zu bekommen. Sie fand diese Erfahrung sehr interessant und vor allem lehrreich. Auch Wibke Kroppach von der Tagespflege im Lebenszentrum Am Schloss empfand es so. Diese Erfahrung hilft auf alle Fälle, sich besser in die Lage der älteren Menschen hinein zu versetzen, sagt sie. Sie wird ihre Anforderungen, die sie an ihre Tagespflegegäste stellt, überprüfen.

Die Themenabende im Seniorenzentrum in der Brandenburger Straße werden gut angenommen, erzählt die Einrichtungsleiterin Iris Link. Dabei blickt sie zurück auf die Veranstaltung zum Thema Demenz im November, bei der die Stühle nicht gereicht hätten. Es soll monatlich einen Themenabend geben, so die Einrichtungsleiterin. Im Februar werde sich der Pflegestützpunkt Elbe-Elster vorstellen und Neues zum Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz mitteilen. Im März soll es um das Thema Trauer, Sterben und Tod gehen.