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Ein Fest für jeden Wohnzimmer-Ronaldo

Noch realistischer wirken Spielermodelle und auch die Stadionatmosphäre.
Noch realistischer wirken Spielermodelle und auch die Stadionatmosphäre. FOTO: Electronic Arts
Cottbus. Computerspiele liegen im Trend. Die RUNDSCHAU testet in loser Folge spektakuläre Neuerscheinungen auf dem Spielemarkt. Heute geht es um die schönste Nebensache der Welt – Fußball. Wie gut ist die insgesamt 23. Neuauflage von Fifa 17 aus dem Hause Electronic Arts? Wir haben es auf der Xbox One getestet. Michael Siering

Nach dem Start war ich schon mehr als positiv überrascht, was sich dank der neuen Frostbite-Engine (bereits bei Battlefield und Need for Speed im Einsatz) grafisch und atmosphärisch getan hat. Waren in den vergangenen Jahren die Änderungen nur minimal, strotzen die Spieler in Fifa 17 nur so vor neuem grafischen Glanz. Die Spielermodelle wirken noch realistischer, und auch die Stadionatmosphäre hat sich deutlich verbessert. Besonders beeindruckt war ich von einem Spiel im Nebel, als dieser direkt vor den Flutlichtern waberte.

Die Fans auf den Rängen reagieren nun noch direkter auf mein Spiel, das Stadion gerät bei Heimspielen geradezu aus dem Häuschen, wenn ich mich dem gegnerischen Strafraum nähere oder verstummt komplett, wenn der Gegner zum Schuss ansetzt.

Aber reicht dieser neuer Grad an Realismus, um gestandene Fifa-Spieler zum Neukauf zu animieren? Ich sage eindeutig: Ja. Denn auch am Gameplay haben die Jungs von Electronic Arts ordentlich geschraubt. Das Spiel wird körperbetonter, der Ball lässt sich vom gesteuerten Spieler noch besser abschirmen.

Freie Mitspieler starten nun wesentlich intelligenter in sich bietende Freiräume. Mit einem gekonnten Steilpass kann selbst ein mittelmäßiger Zweitligaverein die Abwehr, etwa eines FC Barcelona, überwinden. Ecken lassen sich dank neuer Steuerungsvariante mit eingeblendetem Zielkreuz noch besser auf den Kopf des eigenen Angreifers platzieren. Auch an den Strafstößen wurde gewerkelt.

Die Steuerung wurde neu überarbeitet, aus meiner Sicht aber verschlimmbessert. Selbst nach einer Woche intensiven Fifa-spielens ging mir diese Steuerung inklusive der Schussstärkeanzeige noch nicht in Fleisch und Blut über.

Obwohl der Fokus des Spiels natürlich weiterhin auf die Multiplayermodi (bewährtes Online-Ligasystem, Ultimate Team) gerichtet ist, werden jetzt auch Einzelspieler wieder verstärkt ihre Freude an Fifa haben. Mit "The Journey" integriert Electronic Arts einen Singleplayermodus, bei dem der Spieler die Rolle des jungen Alex Hunter übernimmt und ihn zum Topspieler der englischen Premier League formt.

Tolle Zwischensequenzen bringen euch in der Story voran und ihr entscheidet, ob ihr für euren gewählten Club die komplette Steuerung übernehmt oder nur mit Alex über das Spielfeld sprintet. Englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln sorgt für das nötige Verständnis.

Gewohnt umfangreich ist wieder die Masse an Originallizenzen fast aller Fußballverbände. Deutsche Vereinsanhänger können jedoch wieder nur auf Liga 1 und 2 zugreifen. Nationalteams und, seit Fifa 16 dabei, Frauenmannschaften runden die Auswahl ab. Fifa bietet Neueinsteigern gewohnt viele Einstellungsmöglichkeiten, um langsam an den Kick herangeführt zu werden. Erfahrene Spieler können in diesem Jahr ebenfalls bedenkenlos zur neuen Version greifen, da die Veränderungen seit Langem mal wieder mehr als sichtbar und spürbar sind. Besitzer älterer Konsolen (Playstation 3 und Xbox 360) kommen jedoch - technisch bedingt - nicht in den kompletten neuen Fußballgenuss.

Plattform: XBO, PS4, PC, PS3, Xbox360 Preis: ab 49,00 €

www.easports.com/de/fifa

Alle Tests unter www.lr-online.de/games