Wie Jünger sei Pückler ein Dandy gewesen, der, um sein Ideal zu verwirklichen, an der Grenze zwischen aristokratischer und bürgerlicher Lebenswelt die Werte der einen unter den gesellschaftlichen Bedingungen der anderen übernommen habe.Pückler sei das gesamte 19. Jahrhundert hindurch als Autor viel gelesen worden, sagt Rolf Schneider. Sein literarischer Ruhm sei heute aber verblasst. "Geblieben sind seine Gärten", so Schneiders Fazit. Darunter auch Branitz, der zwar "der klein ste, doch, nach dem Urteil vieler Kenner, von allen der schönste". Überhaupt gründe sich der überregionale Ruhm des heutigen Cottbuser Stadtteils einzig "auf die Person und die Schöpfung des berühmtesten Pückler, der die Vornamen Hermann Ludwig Heinrich trug und der, als einziger aus der Familie, gefürstet wurde".Drei überaus kostspielige Leidenschaften hätten Pückler sein Leben lang beschäftigt, so Schneider, das sei das Reisen, das Anlegen von Parkgärten und die Frauen gewesen. Zwar habe er von seinem VaterLändereien von 550 Quadratkilometern geerbt, zu denen eine Stadt und 45 Dörfer gehörten. Doch alle Besitzungen seien verschuldet gewesen. Der in Schöneiche bei Berlin lebende Schriftsteller Rolf Schneider nähert sich literarisch dem Menschen Pückler und seinem Park in Branitz. Entstanden ist ein Kunstwerk in Wort und Bild, das dem Fürsten, einer der schillerndsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, durchaus gerecht wird. Die Fotografien, die den Park in seiner ganzen Schönheit zeigen, hat Therese Schneider beigesteuert. Die selbstständige Grafikerin, die für die Branitzer Stiftung Litfaßsäulen und Flyer gestaltet hat, hat offenbar ihren Vater mit ihrer Begeisterung für das Pücklersche Erbe angesteckt. So ist ein Buch entstanden, das zwar Branitz-Kennern kaum neue Erkenntnisse, wohl aber Lesegenuss vermitteln. Und das bei Besuchern auch durch den kleinen Preis auf großes Interesse treffen dürfte. Ulrike Elsner"Fürst Pückler in Branitz",bebra-Verlag,ISBN 978-3-86124-641-1