"Aktiv bleiben ist das Beste, was man tun kann", erläutert der Jubilar seine Philosophie.

Am morgigen Freitag feiert Hermann Rauhe, Ehrenpräsident und Ehrendoktor der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, an der er studierte und 44 Jahre lang lehrte, seinen 85. Geburtstag. Der amtierende Präsident der Musikhochschule, Prof. Elmar Lampson, würdigte seinen Vorgänger als unermüdlichen Botschafter für die Musik: "Hermann Rauhe hat ganze Generationen von Studierenden persönlich geprägt, hat ihnen Wege zu ihren Karrieren geebnet, hat ihnen Mut gemacht." Sein visionärer Geist und seine Überzeugung von der durch nichts zu ersetzenden Kraft der Musik, die versöhnt, Brücken bauen und vielleicht sogar Frieden stiften kann, inspiriere ihn.

Dabei begann Rauhes Laufbahn mit einem Misserfolg: Bei der ersten Aufnahmeprüfung an der Hamburger Musikhochschule fiel er durch, weil er Bach zu jazzig interpretierte. Rauhe legte daher zunächst das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Musik und Deutsch ab. Seit 1960 unterrichtete der gebürtige Niedersachse an der Hochschule. 1978 wurde er zum Präsidenten der Hochschule für Musik und Theater gewählt.

Während seiner Präsidentschaft verlieh er der Hochschule durch neue Studiengänge wie Jazz und Popularmusik, Musiktherapie und Kulturmanagement ein einmaliges Profil. Durch seine ZDF-Sendereihen "Junge Talente" und "Jeder braucht Musik" wurden junge Spitzentalente wie Christian Tetzlaff, Sabine Meyer oder Ute Lemper bekannt. Als Mitglied in zahlreichen Gremien zählt Rauhe zu den wichtigsten Beratern des musikalischen Lebens in Deutschland. "Ich habe nie gearbeitet, sondern bin nur meinem Vergnügen nachgegangen - mit Begeisterung, Hingabe und Leidenschaft", meint er rückblickend.