Der Grund: Die Ehrenamtler, die sich seit 2006 für die Sanierung und die weitere Nutzung der denkmalgeschützten Kapelle einsetzen, beklagen das gestörte Miteinander mit der unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises. In einem Brief an Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) heißt es: "Es gibt erhebliche Unzufriedenheit innerhalb unserer Vereinsmitgliedschaft über die restriktive und nach unserer Auffassung überzogenen Verfahrensauflagen Ihrer Behörde." In dem Schreiben wird außerdem deutlich, dass der Förderverein eine Anerkennung seines Engagements von Seiten des Landkreises vermisst.

Drei Dinge ärgern die Vereinsmitglieder besonders:

Der Vorwurf einer Mitarbeiterin der unteren Denkmalschutzbehörde, die dem Verein bei einem Vor-Ort-Termin einen "unpfleglichen Umgang mit dem Denkmal unterstellt hat. "Müssen wir uns für unser Engagement auch noch beschimpfen lassen", fragt der Vereinsvorsitzende Hans-Dieter Harnath. Die Ablehnung der Kreisbehörde, die Dorfkapelle zum Schutz des Mauerwerks gegen Feuchtigkeitsschäden mit einer Dachrinne versehen zu dürfen. "Bei anderen Denkmalen, etwa den Kirchen in Papitz und Briesen, wurden auch Dachrinnen genehmigt. Warum nicht in Sergen? Die Behörde hat einen Ermessensspielraum, den sie nicht nutzt", so Harnaths Vorwurf.

Aus Sicht des Fördervereins allzu restriktive Auflagen von Seiten des Denkmalschutzes, etwa die teure Sanierung eines Kronleuchters oder die Einlagerung alter Kirchenbänke, sowie Bürokratismus und unklare Ansagen der Behörde zu vom Verein geplanten Instandsetzungsmaßnahmen.

"Statt uns zu unterstützen, werden uns von der unteren Denkmalschutzbehörde Knüppel zwischen die Beine geworfen", kritisiert Harnath. Ein freundliches Antwortschreiben des Landrates empfindet der Verein als "ausweichend". "Der Landrat müsste deutlicher Farbe bekennen", fordert Hartmut Richter.

Nachdem die RUNDSCHAU die Behörde mit der Kritik des Fördervereins konfrontiert hat, meldet sich der Leiter der unteren Denkmalschutzbehörde schriftlich zu Wort. Er antwortet mit Gegenvorwürfen. Der Förderverein habe in der Vergangenheit ohne vorherige Information der Genehmigungsbehörden Maßnahmen durchgeführt, die der denkmalrechtlichen Erlaubnis bedurft hätten. Seine Mitarbeitet seien angehalten, kritisch darauf zu achten, wie nach Abschluss oft kostenintensiver Sanierungsmaßnahmen mit einem Denkmal umgegangen wird, so Behördenchef Frank Leopold. Die Installation einer Dachrinne sie aus denkmalpflegerischer Sicht nicht notwendig.

Auch diese Antwort ärgert den Verein: "Es gibt nur ein einziges Beispiel, wo wir in der Anfangszeit aus Unwissenheit ohne Erlaubnis einen Kabelschlitz gezogen haben. Dafür habe ich mich entschuldigt", stellt Hans-Dieter Harnath klar. ohne Ankündigung "Das Schreiben des Landkreises ist genau so ausgefallen, wie wir es erwartet haben, ignorant und ohne Entgegenkommen und Lösungsvorschläge", sagt Hartmut Richter. Er und seine Mitstreiter erhoffen sich dagegen ein Miteinander für ein gemeinsames Ziel: Den Erhalt eines schützenswerten Denkmals. "Wir laden Landrat und Denkmalbehörde ein, hier in Sergen mit uns ins Gespräch zu kommen", sagt Vereinschef Harnath. Nicole Nocon