Er war etwas lebensmüde, dachte an Suizid - doch vorher wollte er noch einen ausgiebigen Sexurlaub in Thailand machen. Deswegen musste seine Ehefrau sterben. Denn er brauchte ihr Geld für die Reise. Den Mord plante er wochenlang penibel. Die Leiche zersägte er und lagerte sie ein, hinterließ dabei kaum Spuren. Dann setzte er sich in den Flieger nach Fernost.

Wegen Mordes wurde am Donnerstag der 53-Jährige vom Landgericht Augsburg zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das Gericht stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Falls das Urteil rechtskräftig wird, kann der Mann dann nicht schon nach 15 Jahren auf Bewährung freikommen. Die Gefängnistore würden sich frühestens nach etwa 20 Jahren für ihn öffnen. Der Verteidiger wollte das verhindern und prüft nun, ob er gegen das Urteil in Revision geht.

Der Vorsitzende Richter Christoph Wiesner machte klar, dass selbst für einen erfahrenen Strafjuristen wie ihn diese Tat über die sonst üblichen Tötungsverfahren hinausgeht. "Eine solche Motivlage ist auch für ein Schwurgericht schockierend", sagte der Richter, der schon viele Gewaltverbrechen verhandelt hat.

Der Angeklagte hatte den Tötungsplan im Detail recherchiert. Ende November 2015 setzte er ihn um: Er schlug mit einem zwei Kilo schweren Hammer auf den Kopf seiner Ehefrau ein, als die 37-Jährige schlief. Er zog der Sterbenden dann noch eine Mülltüte über den Kopf, sodass sie keine Luft mehr bekam.

Dann räumte der 53-Jährige die Konten der Eheleute leer, buchte das Flugticket, mietete in einem Augsburger Lagerhaus einen Raum für die Leiche und holte sich Material aus dem Baumarkt. Die Leiche wurde zerstückelt und konserviert mit Streusalz und Bauschaum in Plastikkisten gepackt. Niemand merkte etwas, keiner roch in den kommenden fünf Wochen die Tote. So akribisch, wie er die Frau umgebrachte und die Leiche versteckte, so bereitwillig gab er nach seiner Reise bei der Kripo und auch im Prozess das Verbrechen zu. Auch das Opfer hatte er einst in Südostasien kennengelernt.