Ertragsmäßig ist das Weinjahr 2011 kein großer Gewinn. "Durch den Frosteinbruch Anfang Mai sind die Haupttriebe der Weinreben erfroren", begründet Wilfried Olzog, Kellermeister und stellvertretender Vorsitzende des Gubener Weinbau-Vereins. Aber gerade wegen der geringen Erntemenge sei auch die Qualität des Weines eine gute. Auf immerhin 2200 Liter Wein hat es der Verein gebracht, nachdem die Trauben auf dem Granoer Weinberg mit einer Nutzfläche von einem Hektar und 4560 Weinreben geerntet, im eigenen Keller gekeltert und in 4400 Flaschen abgefüllt wurden. Noch fehlen die Etiketten und Kapselungen. Doch bis zur Jungweinprobe am Wochenende sollen alle Arbeiten erledigt sein.

Gegründet wurde der Gubener Weinbauverein im Dezember 2003 von einer Handvoll Hobbywinzern mit dem Ziel, den historischen Weinanbau, der von 1280 bis etwa 1880 in der Gubener Region vielen Menschen ein gutes Einkommen sicherte, nach mehr als 120 Jahren wiederzubeleben. Dazu gehört dem Verein zufolge auch, den Wein selbst zu verarbeiten und in Flaschen zu bringen, "weil das in der Vergangenheit auch so war".

"In diesem Jahr stellen wir als Besonderheit einen im Holzfass gereiften Weißwein vor", erzählt Veit Kalinke, eines der zehn Vereinsmitglieder und Direktor der Sparkasse Spree-Neiße in Guben. Der Wein hat eine intensivere Farbe. "Auch beim Geschmack wird der Holzton klar erkennbar sein", prognostiziert Kalinke.

"Insgesamt kultivieren wir sieben Weißwein- und vier Rotweinsorten", erzählt Olzog. Dazu gehören Grau- und Weißburgunder, Riesling, Phoenix, Johanniter, Goldriesling, Gewürztraminer, Spätburgunder, Regent, Acolon und Dornfelder. Im Jahr 2005 wurden durch die Gubener Hobbywinzer 600 Liter Wein hergestellt, 2007 waren es schon 3500 Liter und 2008 als bisheriger Spitzenwert 8000 Liter. Seit 2008 darf der Granoer Wein laut Deutschem Weingesetz auch die Bezeichnung "Brandenburger Landwein" tragen.

Schwerpunkt der diesjährigen Jungweinprobe werden selbst angebaute Weine sein. Zur Verkostung und zum Verkauf stehen dem Verein zufolge 20 Weine aus sieben Anbaugebieten wie Ortrand, Neuzelle, Mittenwalde, Werder/Ortsteil Töplitz, Drebkau, Luckau und Grano.

Laut Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz ist Brandenburg ein Weinverbrauchsland. Umfang Keltertraubenanbau wird wenig betrieben. Die bestockte Rebfläche beträgt 30 Hektar (Stand 2009).

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Am Samstag um 14 Uhr wird die Jungweinprobe musikalisch vom Chor Grano eröffnet. Danach erfolgt die Präsentation der Brandenburger Weine durch die Gubener Apfelkönigin. Zu sehen sind außerdem die Ausstellungen "Weinbau und Industriekultur in der Niederlausitz sowie "Wein-Land Brandenburg" und der Film "Auf der Suche nach Wein - neue Spuren im märkischen Sand".