Von allen Seiten hagelte es am Mittwochabend Kritik an dem vom Kreisentwicklungsdezernenten Eberhard Stroisch vorgelegten Konzept zur Wirtschaftsförderung im Landkreis Elbe-Elster. Harald Lax (SPD-B90/Grüne) eröffnete die Diskussion im Ausschuss für Kreisentwicklung, Landwirtschaft und Umwelt des Kreistages und versah das Konzept mit Attributen wie „viel zu allgemein, zu schwammig“. Zuvor hatte Ausschussvorsitzender Uve Gliemann (LUN/BVB/50plus) die in der vorigen Woche erfolgte Abberufung Stroischs als Geschäftsführer der Regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Elbe-Elster mbH in den direkten Zusammenhang gestellt. Er habe wegen der Doppelbelastung als Dezernent „die Geschäftsführertätigkeit doch etwas schleifen lassen müssen“, so Gliemann diplomatisch. Konkreten Ausdruck fand das in der Kritik, dass sich seit der letzten Ausschusssitzung und den Hinweisen zum Konzept im September nichts daran verändert habe. Harald Lax forderte, dass nach Stellenausschreibung und Benennung eines Geschäftsführers ein Unternehmenskonzept zu erarbeiten sei, das dann im Ausschuss und im Kreistag zu beraten sei. Gleichzeitig sei die Frage an den Landrat zu stellen, wie der finanzielle Rahmen für die Gesellschaft aussehen solle, denn ohne Geld brauche man keine großen Konzepte zu machen. Wolfgang Eckelmann, sachkundiger Bürger im Ausschuss, verwies auf eine Beratung mit 20 Unternehmern der Kurstadt, in der es viele Anregungen für die Arbeit der RWFG gegeben habe. Er habe diese zusammengestellt und bot Harald Lax an, sie mit den von der SPD und den Linken gemeinsam erarbeiteten Positionen zur Wirtschaftsförderung zusammenzuführen.

Der Amtsleiter für Kreisentwicklung und Landwirtschaft, Matthias Schneller, wünschte sich von den Ausschussmitgliedern einen Aufgabenkatalog für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Zu beantworten seien Fragen wie diese: Gehören Marketing und Fachkräftesicherung zu den Aufgaben der RWFG? Dieser Vorstoß brachte Kurt Hermann (CDU) auf die Palme. Es sei ganz klar Aufgabe der Verwaltung, einen Vorschlag zu unterbreiten. Dieter Heyde (LUN/BVB/50plus) untermauerte an Schnellers Adresse: „Sie können uns doch jetzt nicht den Ball zuspielen!“

Harald Lax brachte eine weitere Unsicherheit im Vorgehen ins Gespräch. Ihm sei unklar, wie die Stellenausschreibung aussehen solle, wenn man noch nicht sagen könne, was der künftige Wirtschaftsförderer genau machen solle.

Thomas Lehmann (CDU) forderte für die Arbeit am Konzept: „Es gibt zwei Gesellschafter und einen Beirat, da muss was herkommen.“ Uve Gliemann darauf: „Für einen Gesellschafter sind ja wir hier.“

Konsens in der Sitzung am Mittwoch: Eberhard Stroisch zieht das Konzept für die Wirtschaftsförderung zurück. Mit den in ein neues Konzept eingearbeiteten Vorschlägen kommt es in der nächsten Sitzung am 30. November erneut auf den Tisch.