Am gestrigen Nachmittag war in Hamburg mit 3,33 Metern über dem mittleren Hochwasser der Höchststand erreicht, dort standen nach Angaben der Feuerwehr unter anderem der Fischmarkt sowie Teile der Speicherstadt unter Wasser. Einen höheren Pegelstand meldete nur das Ems-Sperrwerk bei Gandersum. Wie in Deutschland hielten sich die Schäden auch in anderen europäischen Ländern in Grenzen.
In Hamburg war die Sturmflut gegen 15.30 Uhr eingetroffen als erwartet. Mit 5,42 Metern über Normalnull habe sie aber noch etwa einen Meter unter dem historischen Höchststand von 1976 gelegen, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie. Auf der Insel Helgoland sei mit 2,50 Metern über dem mittleren Hochwasser die bisherige Rekordflut nur um 17 Zentimeter unterschritten worden.
Der Küstenschutz sei auf das Eintreffen der Sturmflut vorbereitet gewesen, sagten Sprecher in Husum (Schleswig-Holstein) und Norden (Niedersachsen). Teils starke Dünenabbrüche auf den Inseln Juist, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge hätten aber nicht verhindert werden können, sagte die Sprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Die Dünen seien aber im Sommerhalbjahr zu genau diesem Zweck ver stärkt worden, insofern seien die Schäden im Rahmen geblieben. In Schleswig-Holstein meldeten die Behörden unter anderem einen Stau von 67 Schiffen im Nord-Ostsee-Kanal, der gesperrt war. Insgesamt sei die Nordseeküste „noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen“ , bilanzierte Küstenschutz-Chef Peter Beismann.
An der englischen Küste konnten 500 Menschen in ihre vorübergehend evakuierten Häuser zurückkehren. Die Behörden meldeten lokale Überschwemmungen. Berichte von überschwemmten Häusern gab es jedoch zunächst nicht.
Der größte Hafen Europas im niederländischen Rotterdam war vorübergehend gesperrt. Erstmals wurde in der Nacht zu gestern das Maeslant-Flutwerk zum Schutz vor dem Wasser geschlossen. Am gestrigen Vormittag entspannte sich die Lage. Die norwegische Ölförderung hatte vorübergehende mehrere Plattformen geschlossen. (AFP/das)