Räuber mit Rollstuhl, Geldboten bei ungewöhnlicher Pause: Zwei Tage nach dem Überfall auf einen Geldtransporter sind noch zahlreiche Fragen ungeklärt. Die Polizei bestätigte mehrere Medienberichte, wonach die Täter einen Rollstuhl zur Tarnung nutzten. Womöglich wollten sie so unauffällig an den Transporter gelangen. Details wollte der Polizeisprecher dazu allerdings nicht nennen - das sei Täterwissen und wichtig für die Ermittlungen.

Den ungefähren Ablauf des Überfalls gab die Polizei aber bekannt: Drei Sicherheitsleute machten am Montagabend in einer Straße in Charlottenburg eine Pause. Zwei von ihnen verließen dafür den Geldtransporter, der Fahrer blieb im Auto sitzen.

Dann wurden sie von den drei maskierten Tätern bedroht, die Räuber schossen dabei auch auf den Transporter. Wohl auch um seine bedrohten Kollegen zu schützen, stieg der Fahrer aus und öffnete die Hecktür. Die Räuber schnappten sich die Beute und flohen. Ihr Fluchtwagen wurde wenig später ausgebrannt gefunden. Bis zum Mittwoch gab es aber nach Polizeiangaben keine entscheidenden Hinweise.

Die Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste hält die Pause der Mitarbeiter mit "beladenem" Transporter für schlicht unerlaubt. "Die dürfen das Fahrzeug, wenn sie Waren an Bord haben, lediglich im gesicherten Bereich verlassen." Dass sie das nicht wüssten, sei sehr unwahrscheinlich. Das zuständige Unternehmen sei aber kein Mitglied im Verband. Wie der "Tagesspiegel" berichtete, gibt es laut Polizei aber keinen Verdacht gegen die Sicherheitsleute.

Erst vor eineinhalb Wochen hatten Unbekannte einen Geldtransporter mitten auf dem Kurfürstendamm überfallen - ebenfalls drei Maskierte. Sie bedrohten den Sicherheitsmann mit einer Schusswaffe, als er mit dem Geld aus dem Apple-Store kam und zum Transporter gehen wollte. Auch dort entkamen die Täter mit der Beute und blieben unerkannt. Kurz nach dem Überfall brannte auf der nahen Bundesallee ein Auto. Nach Polizeiangaben war auch dies vermutlich das Fluchtfahrzeug.

Eine Sonderkommission wurde nach Polizeiangaben aber zunächst nicht eingerichtet. "In beiden Fällen ermitteln Spezialisten der zuständigen Fachdienststelle", sagte ein Sprecher. Ein Zusammenhang beider Überfälle werde geprüft.