In einer Pressemitteilung verkündete das brandenburgische Verkehrsministerium am Dienstag das Vorhaben - kurz bevor der Verkehrsminister selbst auf einer Veranstaltung der SPD in Luckau erwartet wurde. Vogelsänger ließ von seiner Pressestelle vorab verkünden, was in Luckau für einen herzlichen Empfang sorgte: Die nördliche Leipzig-Lausitz-Trasse („Leila Nord“) soll mit punktuellen Investitionen leistungsstärker machen.

Ansage in Luckau erwartet

Dazu zählt die Ortsumfahrung von Lübben, für die noch in diesem Jahr die Linienbestätigung durch den Bund kommen dürfte. Das war soweit bekannt. Erwartet wurde auch, dass Vogelsänger am Abend das Vorhaben für einen weiteren Abschnitt der Bundesstraße 87 verkünden würde. Die Strecke zwischen Luckau und dem Autobahnanschluss Duben galt als ein weiteres Nadelöhr der Trasse. Er habe im Frühjahr bei einem Arbeitstreffen der südlichen Planungsregion zugesichert, die B 87 unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit auf fehlende Überholstrecken zwischen Herzberg und Lübben zu untersuchen, zu lassen, erinnerte Vogelsänger am Dienstag. Und wenig überraschend waren zumindest für Einheimische die Ergebnisse, die nach den Worten des Ministers nun vorlagen. Allein im vergangenen Jahr haben sich nach Angaben des Verkehrsministeriums auf diesem Abschnitt 32 Unfälle ereignet, vier davon mit Personenschaden. Die Konsequenz: Auf dem am stärksten befahrenen Abschnitt zwischen Luckau und Duben soll die Bundesstraße abschnittweise um zusätzliche Fahrstreifen erweitert werden. "Das macht vor allem die Überholvorgänge von Lastern übersichtlicher und deutlich sicherer“, zeigte sich Vogelsänger vom Sinn des Vorhabens überzeugt.

Erfahrungen auf der B 169

Ähnliche Erweiterungen sind beispielsweise schon auf der etwas südlicher verlaufenden Ost-West-Trasse vorgenommen worden, wo die Bundesstraße 169 zwischen Cottbus und Senftenberg quasi als Transitroute für den Verkehr aus Richtung Polen über die Grenzübergänge Guben und Forst zum Autobahnanschluss Schwarzheide an die A13 gilt.

Strecke nach Herzberg verliert

Ähnlich gravierend dürfte die Verbindung zwischen Lübben und Luckau in Zukunft vom Verkehr genutzt werden. Abgesehen von der Region Frankfurt (Oder) werde die Verbindung zwischen Luckau und Lübben laut Straßenverkehrsprognose im Jahr 2025 mit 9000 bis 11 000 Fahrzeugen täglich der am stärksten belastete Teilabschnitt auf der B 87 in Brandenburg sein, verwies das Ministerium auf die entsprechenden statistischen Angaben. Angrenzende Überlandstrecken wie beispielsweise der Abschnitt Herzberg – Luckau verlören aber perspektivisch mit 4000 bis 5000 Fahrzeugen am Tag an Verkehrsbelastung. Das spreche gegen umfangreiche Neuinvestitionen, so Vogelsänger.

Auf insgesamt etwa fünf Kilometern sieht Vogelsänger auf dem vorgesehenen Erweiterungsabschnitt Luckau – Duben die Möglichkeit, eine dritte Spur zu schaffen. Das Planfeststellungsverfahren hofft er im Jahr 2013 einleiten zu können.

Davon unbenommen sei ein weiteres B 87-Projekt nahe der südwestlichen Landesgrenze, das noch mit der Straßenbauverwaltung in Sachsen abgestimmt werde. Die geplante Ortsumfahrung Herzberg/Löhsten und die spätere Weiterführung Richtung Torgau se8ien wegen der engen verkehrlichen Vernetzung nur im Zusammenhang mit dem B 87-Ausbau aus Richtung Sachsen sinnvoll.

Hoffnung auf mehr Mittel

Nach Bekanntwerden eines zusätzlichen Investitionspaketes des Bundes für die Verkehrsinfrastruktur in Höhe von einer Milliarde Euro hofft Vogelsänger auch auf zusätzliche Mittel für den Bau der Ortsumfahrungen Thyrow (Bundesstraße 101) und Bad Liebenwerda (Bundesstraße 183). Während für das letzte Teilstück der durchgängigen vierspurigen Nord-Süd-Bundesstraße 101 zwischen dem Berliner Ring und Luckenwalde bereits ein Planfeststellungsbeschluss vorliegt, werde das Baurecht für die die weitere Umleitung des Durchgangsverkehrs für die Kurstadt in Kürze erwartet.