Am Mittwochabend wird es eine Großkontrolle an einem deutschen Grenzübergang geben. Das ist eigentlich nichts ungewöhnliches. Auch an der A15 liegen Landes-, Bundespolizei und Zoll regelmäßig auf der Lauer, um Autoschieber, Schmuggler oder illegal Einreisende zu stoppen. Auch Großkontrollen, etwa bei Bademeusel, gehören zum Standardprogramm der Fahnder.

Diesmal allerdings wird einiges anders sein. Der TV-Sender Kabeleins begleitet einen Einsatz der Bundespolizei und zeigt die Aufnahmen zwei Stunden lang live im Fernsehen. „Bei der Großkontrolle an der deutschen Grenze sind rund 200 Beamte im Einsatz. 60 Mitarbeiter von Redaktion und Produktion fangen mit insgesamt zwölf Kameras jede Sekunde der großangelegten Aktion ein“, kündigt das Unternehmen an. Gesendet wird ab 20.15 Uhr.

Drehort in der Lausitz?

Nur, wo das ganze stattfindet, das ist noch streng geheim. „In Absprache mit der Bundespolizei dürfen wir dazu nichts sagen“, erklärt Unternehmenssprecher Michael Ulich. Klar, sonst wären ja alle Gauner vorgewarnt. Es könnte also ebensogut ein Lausitzer Grenzübergang sein wie ein bayrischer, den das TV-Team ins Visier nimmt.

Der Aufwand ist jedenfalls gigantisch. Ähnlich wie bei einem Fußballspiel rückt das Fernsehteam mit großer Technik an. Zwölf Kameras nehmen den Einsatz auf. Auch aus dem Hubschrauber wird übertragen. Kabel-eins-Moderator Tommy Scheel und Bundespolizist Frank Wittig begleiten dem Sender zufolge das Geschehen und erklären für die Zuschauer, was passiert.

Darf Kabeleins das überhaupt live senden?

Rechtlich problematisch dürfte die Sendung aufgrund der Persönlichkeitsrechte der Gefilmten werden. Um diese wahren zu können, wird die Sendung mit leichtem Zeitversatz gesendet. „Alle Personen werden vorher gefragt, ob sie gezeigt werden dürfen. Geben sie ihr Einverständnis nicht, wenden wir eine neue, erstmals im deutschen TV eingesetzte, Software zur Live-Verpixelung der Gesichter an. Wir stellen so sicher, dass wir nichts zeigen, das nicht gesendet werden soll oder darf“, sagt Kabel-Eins-Chefredakteurin Susanne Stipp im Medienmagazin DWDL.

Wie aber reagiert der Sender, wenn es gefährlich wird? So wie vor vier Jahren auf der A15. Mit rund 200 Stundenkilometern versuchte damals ein Autodieb der Polizei zu entkommen. Bei Bademeusel rammte er einen Polizeiwagen, der ihn aufhalten wollte. Erst eine zweite Sperre in Polen konnte ihn schließlich aufhalten. Im Juli 2014 hatte es einen ähnlichen Vorfall bei einer Großkontrolle bei Bademeusel gegeben. Mit einem Audi Q7 rammte ein Autoschieber ein Polizeiauto brutal von der Straße. „Eine solche Kontrolle hat natürlich immer ein gewisses Risikopotenzial", so Kabel-Eins-Chefredakteurin Susanne Stipp.

Premiere für die Bundespolizei

Wie das Bundespolizeipräsidium in Potsdam bestätigt, ist es das erste Mal, dass ein Bundespolizei-Einsatz live im deutschen Fernsehen zu sehen ist.

Kabel eins zeigt „Bundespolizei Live: Großkontrolle an der Grenze“ am Mittwoch, 18. September, um 20.15 Uhr.

Wie läuft so eine Großkontrolle ab?

Mittwoch, 9 Uhr, die A 15 kurz vor der Abfahrt Bademeusel. Ein Großaufgebot von 80 Polizisten steht bereit, um Autoschiebern und Hehlern das Handwerk zu legen. Wie gelingt das? Die RUNDSCHAU hat hinter die Kulissen geschaut.