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| 01:34 Uhr

Drastisches Angelverbot für einen Rückersdorfer

Rückersdorf. Das gab's bisher noch nie in der Geschichte des Landesanglerverbandes. Die oberste Instanz der Interessenvertretung der organisierten Petrijünger in Brandenburg prangert das Fehlverhalten eines seiner mehr als 96 000 Mitglieder an – und das öffentlich mit Namen und Adresse. db

Der Betreffende wohnt im Altkreis. Der Landesvorstand untersagt einem Rückersdorfer bis auf weiteres das Angeln.Mit weißer Schrift auf grünem Grund und dazu noch rot eingerahmt verkündet der Landesverband in der jüngsten Ausgabe der Verbandszeitschrift "Der Märkische Angler" einen Beschluss seines Vorstandes, dass es Frank Günter K. aus Rückersdorf untersagt ist, an den Gewässern des Landesanglerverbandes zu angeln. Der Grund seien "mehrere Verstöße gegen das Fischereirecht" und dem damit verbundenen Entzug des Fischereischeines. Der Landesanglerverband appelliert zugleich, an K. keine Angelkarten zu verkaufen, mit denen man in Brandenburg auch ohne Fischereischein Friedfische angeln darf. Im Falle von K. gilt allerdings: Sollte er eine solche Angelkarte erworben haben, werde der "damit zustande gekommene Fischereierlaubnisvertrag mit dem Landesanglerverband . . . vorsorglich für ungültig erklärt", heißt es in der Pressemitteilung.Andreas Koppetzki, Hauptgeschäftsführer des Landesanglerverbandes, der diese Veröffentlichung namentlich unterschrieb, bestätigte, dass der Landesverband erstmals derart hart gegen ein ehemaliges Mitglied vorgeht. Frank Günter K. habe sich zahlreiche Verstöße gegen das Fischereirecht zu Schulden kommen lassen, weswegen der Landesanglerverband sich gezwungen sah, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und ihm das Angeln an DAV-Gewässern zu verbieten, erklärte Koppetzki. Zu Einzelheiten wollte sich der Hauptgeschäftsführer allerdings nicht äußern. Wie LR erfuhr, wird dem langjährigen Angler vorgeworfen, über Jahre hinweg ohne gültige Angelberechtigung geangelt und Schonzeiten nicht beachtet zu haben. Die Rede ist von mindestens zehn nachgewiesenen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten. Darüber hinaus soll es sogar zu Beleidigungen und Tätlichkeiten gegenüber ehrenamtlichen Fischereiaufsehern bei Kontrollen an den Gewässern gekommen sein, wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage bestätigte. Frank Günter K., der als Jäger wegen anderer Vorwürfe auch seinen Waffenschein abgeben musste, ist in einem Verfahren wegen Diebstahl, Beleidigung und Körperverletzung zu neun Monaten Haft verurteilt worden, die in eine zweieinhalbjährige Bewährungszeit umgewandelt wurde.Frank Günter K. sieht sich hingegen als "Mobbingopfer", wie der Rückersdorfer im LR-Gespräch erklärte. Ein spezieller Fischereiaufseher habe es besonders auf ihn abgesehen. An seiner Person solle "ein Exempel statuiert" werden, wie K. behauptet. Dennoch akzeptiere er das Gerichtsurteil und den Beschluss des Landesanglerverbandes, der ihm bis zum Jahre 2013 eine Angelsperre auferlegt habe. db