Der Domowina-Preis 2013, die höchste Auszeichnung des Bundes der Sorben, wird verliehen an Ursula Starick aus Jänschwalde sowie an Monika Ziesch aus Neu Jeßnitz und Johannes Knebel aus Panschwitz-Kuckau.

Damit wird das außergewöhnliche Engagement der 70-jährigen Jänschwalderin für den Erhalt der sorbisch/wendischen Sprache, für den Erhalt des Brauchtums und der Kultur der Sorben/Wenden gewürdigt.

Als Grundschullehrerin hat Ursula Starick vielen Mädchen und Jungen die Grundlagen der sorbisch/wendischen Sprache beigebracht. Sie hat zahlreiche Kurse für Erzieherinnen geleitet, um diese sprachlich für das Witaj-Projekt, ein Projekt zur spielerischen Begegnung mit der sorbisch/wendischen Sprache, zu qualifizieren.

Ursula Starick war federführend an der Gestaltung des Wendisch-Deutschen Museums in Jänschwalde beteiligt und erfüllt dieses Museum durch ihren Einsatz und durch ihr Wissen bis zum heutigen Tag mit Leben. Bis 2010 hat sie das Museum geleitet. Sie ist im Domowina-Vorstand aktiv. Jederzeit ist sie zu Vorträgen über die Geschichte der Sorben, über ihre Bräuche und über ihre Trachten bereit.

Im Mai 2012 wurde die Seniorin als Ehrenamtlerin des Monats ausgezeichnet.

Mit dem Ehrenabzeichen der Domowina wird morgen auch der Bürgermeister der Gemeinde Drehnow, Fritz Kschammer, ausgezeichnet. Der gebürtige Klein Lieskower engagiert sich seit Jahrzehnten überdurchschnittlich für den Erhalt der sorbisch/wendischen Sprache und für den Erhalt des sorbisch/wendischen Brauchtums.

Fritz Kschammer ist in dem inzwischen abgebaggerten Klein Lieskow als Kind sorbisch/wendischer Eltern aufgewachsen. Obwohl die Eltern mit dem Sohn Deutsch sprachen, hat er durch das Zuhören bei den Eltern seine Muttersprache Wendisch gelernt.

Diese Kenntnisse hat er zu allen ihm sich bietenden Gelegenheiten genutzt. 1984 musste der gelernte Landwirt, Elektromonteur und Automatisierungsingenieur sowie studierte Lehrer nach Drehnow umsiedeln. Hier wurde er im Dezember 1993 zum Bürgermeister gewählt. Fritz Kschammer engagiert sich bis zum heutigen Tag in der Domowina. Er leitet seine Ortsgruppe, war viele Jahre stellvertretender Vorsitzender und von 1999 bis 2000 sogar amtierender Vorsitzender der Domowina.

Fritz Kschammer hat dafür gesorgt, dass nicht nur in seinem Dorf, sondern auch in vielen anderen Dörfern des Amtes Peitz Bräuche wie das Hahnrupfen und der Zapust nach wie vor gepflegt werden. Zudem hat er engagiert zum Erhalt der sorbisch/wendischen Traditionen der inzwischen durch den Tagebau verschwundenen Dörfer beigetragen. Durch sein eigenes sprachliches Vorbild, aber auch durch die Organisation von zahlreichen Gelegenheiten zum Praktizieren der sorbisch/wendischen Sprache hat er sich verdient gemacht. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse hat er auch für die engen freundschaftlichen Kontakte des Amtes Peitz zu polnischen Partnergemeinden gesorgt. Eine ganz besondere Freundschaft ist aufgrund seiner Initiative zwischen Drehnow und dem polnischen Ochla entstanden.

Auch dieses Jahr war der 73-Jährige mit dabei, als die Jugend seines Dorfes das Erntefest feierte. Mit einem Stuhl saß er vor seinem Gehöft am Drehnower Dorfplatz und fotografierte das Geschehen: "Es ist schön, dass die Jugend diesmal sogar die Unterstützung der Verheirateten hat. Es ist prima, dass hier bei uns die Traditionen leben", meinte er.

"Herzlichen Glückwunsch, es erfüllt mich mit Stolz, dass wir so aktive Menschen bei uns im Amt Peitz haben. Ursula Starick und Fritz Kschammer stärken das sorbisch/wendische Brauchtum in vorbildlicher Weise. Dadurch wird das Leben in unserem Amt reicher", sagt Amtsdirektorin Elvira Hölzner.