Unter Klimaschützern ist die Mexikanerin längst ein Star - dank eines Hammerschlags in ihrer Heimat im Jahr 2010. Damit besiegelte sie im Badeort Cancún nach zähem Ringen ein Abkommen, das erstmals das berühmte Zwei-Grad-Ziel für die Erderwärmung enthielt.

Das Pariser Abkommen ist seit vergangener Woche in Kraft. Espinosa nennt den Pariser Pakt ein "Geschenk der Hoffnung", mahnt aber auch: Jetzt muss die Welt nüchtern nach vorn blicken und neuen Ehrgeiz entwickeln.

Als Nachfolgerin von Christiana Figueres hat Patricia Espinosa Cantellano im Juli das Sekretariat der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen in Bonn übernommen. Sie wusste, was auf sie zukam. Hat sie gezögert, als das Angebot von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kam? "Nein, eigentlich nicht", sagte sie damals - auf Deutsch, sie spricht die Sprache fließend. Bei allen Schwierigkeiten, die es etwa im Feilschen um Finanzen geben dürfte, müsse man optimistisch bleiben. "Es geht wirklich um die Rettung des Klimas auf unserem Planeten."

Das diplomatische Rüstzeug dafür bringt die 58-Jährige mit. Von 2001 bis 2002 war sie zum ersten Mal Botschafterin in Berlin, dann in Wien. 2006 holte der mexikanische Präsident Felipe Calderón sie als Außenministerin in sein Kabinett, in dieser Rolle leitete sie die Klimaverhandlungen in Cancún. Zuletzt war sie erneut Botschafterin Mexikos in Deutschland. Das Land wechseln musste Espinosa also nicht für den neuen Job, nur mit ihrem Mann von Berlin nach Bonn umziehen. Die Tochter studiert weiter in Berlin, der Sohn lebt in Mexiko. Die brünette Diplomatin mit dem freundlichen, aber entschlossenen Gesichtsausdruck trat den neuen Posten ganz ohne Brimborium an.

Espinosa nimmt die heute schon absehbaren Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Klimaabkommens gelassen. Man müsse Rücksicht auf die Lage in den einzelnen Ländern nehmen. Es sei "kein unkomplizierter Prozess" - eine passende Formulierung für eine Diplomatin.