Als rebellische Heldin Katniss Everdeen zieht Hollywood-Star Jennifer Lawrence im vierten Teil der "Tribute von Panem"-Saga in die Schlacht - und räumt an den Kinokassen ab. Neben dem Blockbuster-Finale "Mockingjay Teil 2" der düsteren Science-Fiction-Reihe ist die 25-jährige Schauspielerin auch als Single-Mutter in "Joy - Alles außer gewöhnlich" zu sehen. Insider sprechen von einem Oscar-reifen Auftritt.

Geld scheffeln oder Preise abräumen? Mit diesem Dilemma ist Lawrence bestens vertraut. Als sie 2012 mit "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" ihren Heldinnen-Einstand gab, spielte sie gleichzeitig in "Silver Linings" die psychisch labile Tiffany - und gewann damit prompt den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Im Jahr drauf folgten "Die Tribute von Panem - Catching Fire" und für Lawrence in dem kleinen Film "American Hustle" eine weitere Oscar-Nominierung.

Mit den Golden-Globe-Nominierungen geht die Trophäensaison Mitte Dezember los, doch vorerst nehmen Megafilme wie Bond, Panem und Star Wars die Zuschauer in Beschlag. In diesem Jahr machen die Blockbuster große Kasse.

Das Dino-Spektakel "Jurassic World" spielte im Juni an seinem Startwochenende weltweit über 524 Millionen Dollar ein. Nach diesem Rekorddebüt verdiente der für "nur" 150 Millionen Dollar gedrehte Film so viel dazu, dass er nun auf der Liste der erfolgreichsten Filme aller Zeiten, nach "Avatar" und "Titanic", den dritten Platz belegt. Weitere drei Blockbuster - "Fast & Furious 7", "Marvel's The Avengers 2" und die "Minions" - schafften es in diesem Jahr über die Milliardenhürde unter die Top Ten dieser Hitliste.

Seit Anfang November fährt Agent 007 (Daniel Craig) in "Spectre" schweres Geschütz auf. Weltweit holte er schon mehr als 550 Millionen Dollar in die Kasse. Damit hat der bisher teuerste Bond-Streifen seine Produktionskosten von rund 245 Millionen Dollar schnell wettgemacht.

Doch 007 und Katniss Everdeen werden wohl kaum etwas gegen die Macht des siebten Teils der Star-Wars-Saga ausrichten können. "Star Wars: Das Erwachen der Macht" könnte in Hollywood völlig neue Maßstäbe setzen. Schon einen Monat vor dem Kinostart soll der Film in den USA einen Vorverkaufsrekord aufgestellt haben, wie das "Wall Street Journal" und andere Medien berichteten. Demnach haben Fans der Sternensaga bereits über 50 Millionen Dollar (knapp 47 Millionen Euro) im Voraus für Tickets gezahlt.

Der Hype um die Fortsetzung am 17. Dezember - zehn Jahre nach "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith" - wird schon seit Monaten mit Trailern, Tweets und einem riesigen Werberummel angeheizt. Insider halten es für möglich, dass Han Solo & Co. in Nordamerika "Avatar" von seinem Spitzenplatz als erfolgreichster Film aller Zeiten verdrängen. Ob das auch weltweit gelingt, hängt mit davon ab, ob Star-Wars-Märkte wie China und Russland erobern kann.

In den USA sind die Sternenkrieger Kult, seitdem George Lucas 1977 mit "Krieg der Sterne" eine filmische Revolution einläutete. Millionen Amerikaner sind mit der Saga aufgewachsen, da kennt die Euphorie keine Grenzen. Hardcore-Fans sehen sich die Fortsetzung mehrmals an, Großeltern werden ihre Enkel ins Kino schleppen, prophezeien Hollywood-Insider.

Könnte "Star Wars: Das Erwachen der Macht" auch Oscars abräumen? Blockbuster werden von der Academy selten mit Gold bedacht. Mit Ausnahme von "Titanic" (1998) und "Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs" (2004), die je elf Preise holten.

"Krieg der Sterne" war 1978 immerhin mit zehn Nominierungen, darunter auch für Regie und als bester Film, ins Rennen gegangen. Am Ende gab es sechs Mal Gold, allerdings nur in Nebenkategorien wie Schnitt, Sound, Spezialeffekte und Musik. Woody Allens "Stadtneurotiker" holte die großen Preise für Regie und Film.

Fest steht: Bond, Panem und Star Wars schnappen massenweise Zuschauer weg. Das werden auch Quentin Tarantino mit seinem Western "The Hateful 8" und Leonardo DiCaprio und Regisseur Alejandro G. Iñárritu mit ihrem Wildnis-Thriller "The Revenant" spüren. Der Mexikaner Iñárritu war im letzten Frühjahr der große Oscar-Gewinner, als seine Broadway-Satire "Birdman oder Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit" in den Königskategorien bester Film und beste Regie sowie für Kamera und Original-Drehbuch gewann. "Birdman" spielte in Nordamerika gerade mal 42 Millionen Dollar ein. Also weniger, als die neue "Star Wars"-Saga schon im Vorverkauf abräumte.