Alles neu bringt der Mai - nicht ganz. Bereits im April 2014 hält der Digitalfunk in den Fahrzeugen und Leitstellen des Brand- und Katastrophenschutzes sowie des Rettungsdienstes in Spree-Neiße Einzug. "Wir werden den Einbau im April abschließen", so Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer.

Der Einbau in den Fahrzeugen wird dabei durch eine Technikgruppe des Landes erledigt. "Die Beschaffung wurde zentral über eine Ausschreibung des Landes Brandenburg organisiert. Für den Leitstellenbereich Lausitz sind wir für den April eingetaktet", erklärt Kätzmer. Zuvor bekommen ab Januar 2014 bereits der Landkreis Elbe-Elster und dem folgend die anderen Landkreise die moderne Funktechnik. "Das hat den Vorteil, dass wir von den Erfahrungen der Kollegen dort profitieren können", meint Kätzmer. Er selbst plane eine Fahrt dorthin, um sich über die Umrüstung zu informieren.

Umgerüstet werden im April alle Einsatzfahrzeuge des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes. "Eine Koordinierung, wann wo eingebaut wird, ist erfolgt", so der Kreisbrandmeister. Rund drei Wochen soll das dauern.

Fest steht bereits jedoch, dass die Umrüstung nicht ganz billig wird. "Da das Land die Beschaffung über die Ausschreibung organisiert, sind die Kosten gedeckelt", erklärt der Kreisbrandmeister. So fallen pro Fahrzeug 1500 Euro und für Handfunkgeräte 950 Euro an. Für alle Umrüstungsmaßnahmen zusammen plant der Landkreis rund 120 000 Euro ein. Jedoch sei noch nicht klar, ob der Bund eine Beteiligung für Fahrzeuge bereitstelle.

Mit Handfunkgeräten folgen danach die Kommunen. "Bei uns ist die Einführung des Digitalfunks für die Einsatzstellen für den Zeitraum 2014 bis 2015 geplant", berichtet Gubens Pressesprecherin Susann Winter. Guben rechnet dafür mit einem erheblichen Aufwand. "Das wird eine umfangreiche Geschichte. Es ist eine Herausforderung für Verwaltung und Feuerwehr."

In Forst ist die Anschaffung der Handfunkgeräte für das Jahr 2015 geplant. Stadtbrandmeister Bernd Frommelt rechnet mit relativ hohen Kosten für Forst. "Insgesamt sind rund 100 000 Euro eingeplant", meint er.

Dafür sind dann in Stadt und Landkreis die neuesten Funktechniken im Einsatz. "Der Digitalfunk ist abhörsicher", meint Wolfhard Kätzmer. Auch sei der neue Funk besser verfügbar und weise eine gute Flächenabdeckung auf. Das kann auch Günter Prüfer, Leiter der Feuerwache Jänschwalde der Vattenfall-Werksfeuerwehr bestätigen: "Die Abdeckung ist sehr gut, selbst im Tagebau."

So gab es von Kritikern des Digitalfunks die Befürchtung, dass besonders in den entlegenen Bereichen kaum Netzabdeckung sei. "Wir haben aber auch genügend Funkmasten installiert", sagt Prüfer. Bei Übungen in Gebäuden mit dicken Wänden, wie im Kraftwerk Jänschwalde, habe es in der Anfangszeit Probleme gegeben. "Da mussten wir Stationen nachrüsten, um Funklöcher zu stopfen", erzählt der Feuerwehrmann. "Das ist aber in unserem Flächenlandkreis auch nicht so sehr relevant", meint Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer. Und auch brauche man nicht in jedem Winkel perfekte Verbindung.

Probleme hat bei der Werksfeuerwehr von Vattenfall jedoch zunächst die Umgewöhnung bereitet. "Das ist schon etwas völlig anderes. Wie bei einem neuen Handy braucht man da Zeit zur Umgewöhnung", meint Günter Prüfer. Der Kreis will deshalb vom Wissen anderer profitieren. "Die Feuerwehr im Landkreis Dahme-Spreewald hat sich bereit erklärt, die Ausbildungsunterlagen zu erstellen. Wir fahren kommende Woche dorthin und bilden uns weiter", erklärt Kätzmer.

Wenn es jedoch erstmal eingeübt ist, scheint die Technik zu laufen. "Das ist schon sehr gute Technik. Allein schon der Direktmodus von Gerät zu Gerät ist nützlich. Da haben neben dem eigentlichen Gesprächspartner die anderen das nicht mehr mit auf dem Gerät", berichtet er. Über die Umstellung im Landkreis mache er sich zwar schon etwas Sorgen. "Aber das ist gut organisiert", so der Feuerwachenleiter. Auch die Umgewöhnung sei für die Feuerwehrleute zu meistern. "Da kann man auf die jungen Kameraden setzen. Die erklären es uns Älteren." Alles in allem sehe er den Digitalfunk nach der Erprobung positiv. "Die Qualität des Funkens ist wesentlich besser." Auch der Kreisbrandmeister erwartet eine Verbesserung. "Nebengeräusche werden herausgefiltert, und man kann sogar Daten und Nachrichten damit übermitteln. Das könnten beispielsweise die Vitalfunktionen eines Patienten des Rettungsdienstes oder die Einsatzinformationen sein", so der Kreisbrandmeister.

Dass er auf die bisher bewährte analoge Technik sofort verzichten muss, braucht kein Feuerwehrkamerad zu befürchten. "Die analogen Geräte bleiben noch eine Weile im Einsatz, bis wir den Digitalfunk ausreichend erprobt haben und alle Einsatzkräfte damit ausgerüstet sind", so Kätzmer. Ob im Zweifelsfalle jedoch kaputte Analoggeräte nachgerüstet werden, habe man noch nicht generell entschieden.

Zum Thema:
Brandenburg ist Vorreiter bei der Einführung des landesweiten Digitalfunks. Rund 27 Millionen Euro will das Land insgesamt in die neue Technik investieren. Rund 1500 Einsatzfahrzeuge der Polizei sind bereits umgerüstet und knapp 10 000 Handfunkgeräte für die Beamten wurden angeschafft. Im Jahr 2014 folgen die Rettungsdienste. In den kommenden zwölf Monaten werden insgesamt 4000 Rettungswagen, Feuerwehren und Fahrzeuge des Katastrophenschutzes im Land umgerüstet.