Um den Pedalrittern ein reibungsloses Vorwärtskommen zu ermöglichen, investierten Land und Kreis in der Vergangenheit kräftig. Das Ergebnis ist ein 400 Kilometer langes Radwegenetz in zum Teil bester Qualität. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Investition ihr Geld auch wert war. Um das zu ergründen, lässt die Tourismus Marketing Brandenburg GmbH im Auftrag des Landkreises und des Tourismusverbandes Elbe-Elster-Land regelmäßig Radverkehrsanalysen durchführen. Für ein möglichst genaues Ergebnis bedient sie sich unterschiedlicher Methoden. Zum einen stationärer Messpunkte entlang einzelner Streckenabschnitte, zum anderen durch Befragung der Radfahrer.

15 Messpunkte in Elbe-Elster

Nach Aussage von Andrea Tiffe vom Büro für Tourismus und Radverkehr Berlin, sind in ganz Brandenburg 70 Messpunkte installiert. 15 davon auf dem Terrain des Landkreises Elbe-Elster. Diese erfassen alle an ihnen vorbeifahrenden Radler, ganz gleich, in welcher Richtung sie unterwegs sind. Im Verlaufe eines Auswertungsworkshops vor Mitarbeitern des Landkreises und Personen, die im Tourismusgewerbe arbeiten, erläuterte sie die aktuelle Radfahrerfrequenz anhand von vier ausgewählten Messpunkten. Diese stehen zwischen Pechhütte und Finsterwalde, in Höhe Plessa, bei Kleinrössen und bei Mühlberg. Im Landesvergleich, so Tiffe, sind die Radwege des Landkreises niedrig frequentiert. Etwa 100 Radler in Elbe-Elster stehen pro Tag 237 in ganz Brandenburg gegenüber. Wobei Konkurrenten wie der Spreewald mit etwa 2500 gezählten Radfahrern pro Tag die Messlatte unerreichbar hoch legen. Dennoch dürfe man im Landkreis durchaus zufrieden sein, betont sie. Abgesehen vom verregneten Juni, entsprächen die ermittelten Werte dem erwarteten Bild für 2012. So registrierte man etwa an der Messstation Pechhütte im gesamten Mai 3200 Radler. Noch besser schlägt nur der August zu Buche. Hier zählte die Station bei Mühlberg etwa 5000 Velofreunde. Seltsam erschien Tiffe, dass ausgerechnet immer dienstags die höchsten Zahlen ermittelt wurden. Die Radwege bei Plessa, erläuterte die Berlinerin weiter, seien etwa mit den Werten von Pechhütte zu vergleichen und würden überwiegend von Touristen frequentiert. Auch am Radweg entlang von Kleinrössen, wo wochentags nur 40 bis 50 Radfahrer unterwegs waren, spiegele sich dieses Bild wider. Hier meldeten in diesem Jahr konsequent die Sonntage einen wöchentlichen Höchstwert an.

Ältere sind die Aktivsten

Die bei den Befragungen ermittelten Werte, von denen 2012 keine in Elbe-Elster durchgeführt wurden, lassen sich aber getrost auch auf diese Region übertragen. Sie ergaben, dass vornehmlich Menschen ab 45 Jahren Tages- oder ausgedehnte Mehrtagesradtouren unternehmen. Alltagsfahrer legen in der Regel Strecken zwischen zwei und zehn Kilometer auf dem Rad zurück, Tagestouristen nehmen sich für gewöhnlich 37 Kilometer vor. Wer seinen Urlaub komplett auf dem Rad verbringt, schafft dabei Tagesdistanzen von etwa 62 Kilometern Länge. Zudem hinterlässt er durchschnittlich 67 Euro, einschließlich der Übernachtung. Tagestourer kommen immerhin noch auf 30 Euro, die sie in Gastronomie, Eintrittsgelder und anderes investieren.

Aufgrund des guten Streckennetzes, seiner Beschilderung, des Belages, der Angebote entlang der Radwege, aber auch des vorhandenen Kartenmaterials, ist die große Masse der Radfahrer mit den Gegebenheiten in Elbe-Elster durchweg zufrieden, sagt Andrea Tiffe. Grund genug also, um das Netz zu erhalten und weiter auszubauen. Zumal auch der aus dem Radtourismus erzielte Gewinn nachweislich um das Zwei- bis Dreifache über den Investitionskosten liegt.