Nichtraucher haben im Streitfall um die Zigarette zunächst das Gesetz auf ihrer Seite: Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Mitarbeiter vor dem blauen Dunst zu schützen. Das gilt für den Arbeitsplatz ebenso wie für Toiletten, Pausen- und Bereitschaftsräume. Aber auch Raucher haben Rechte.Mittlerweile ist unstrittig, dass Rauchen auch anderen schadet. "Der Gesetzgeber geht davon aus, dass Passivrauchen schädlich ist", erklärt Rechtsanwalt Jürgen Nath aus München. Im Mai 2009 hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil (Az.: 9 AZR 241/08) den Grundsatz bestätigt, wonach Arbeitnehmern ein tabakfreier Arbeitsplatz zusteht. Der Arbeitgeber muss daher seine Beschäftigten zumindest soweit schützen, wie die "Natur der Dienstleistung" es gestattet.Rechtsanwalt Torsten Lehmkühler aus Reutlingen findet, dass der Druck auf Raucher zugenommen hat. Seiner Meinung nach liegt das auch daran, dass immer mehr Arbeitgeber wirtschaftliche Nachteile des Rauchens sehen - etwa die Abwesenheit vom Arbeitsplatz während der Raucherpausen sowie längere Krankheitszeiten.Die strengen Vorschriften im Betrieb gelten selbst für Einzelbüros von Rauchern. Es sei denn, es handelt sich um ein Büro, das sonst niemand betritt und von wo aus kein Rauch nach außen dringt. "Das dürfte in der Praxis aber nie der Fall sein", sagt Nath. Eine pauschale Verteufelung des Rauchens lehnt der Jurist aus München trotzdem ab: "Raucherpausen haben auch kommunikative Aspekte." So lernten sich zum Teil Kollegen kennen, die sich sonst nie über den Weg gelaufen wären. Rechtlos sind Raucher aber auch heutzutage nicht. "Man darf sie nur soweit beeinträchtigen, wie es verhältnismäßig ist", erklärt Nath. Nicht zuletzt deshalb muss ein Betriebsrat - sofern vorhanden - bei Entscheidungen zu Rauchverboten einbezogen werden. Und Chefs dürfen Rauchen nicht mit dem Argument verbieten, Mitarbeitern ihr Laster abgewöhnen zu wollen. "Es ist nicht Sache des Betriebes, Raucher zu Nichtrauchern zu machen."Daher muss es Plätze geben, an denen Rauchen gestattet ist. Genüge ist getan, wenn Qualmen lediglich außerhalb der Gebäude erlaubt wird. Das heißt: Raucher müssen im Zweifelsfall bei Wind und Wetter draußen stehen. "Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, ein Raucherzimmer einzurichten", so Torsten Lehmkühler.