Von dem Leerstand der vergangenen Monate ist nichts mehr zu spüren. Übermorgen steht die nächste Neueröffnung an. Selbst am Schlosskirchplatz sind jetzt wieder alle Lokale belegt.

Noch im Oktober schien es fast so, dass der Sprem als Einkaufsstraße die Puste ausgeht, standen doch gleich mehrere große Geschäfte leer. Anderthalb Monate später sieht das ganz anders aus. „Es gibt keinen Leerstand mehr“, verkündet Carsten Hajek, Chef des Altstadtvereins. „Die Sprem ist und bleibt die Einkaufsstraße Nummer eins“, betont er.

Tatsächlich hat sich einiges getan. Gleich neben dem Spremberger Turm sind ein exquisiter Friseur und ein Caféhaus die neuen Mieter. Ein Bekleidungsgeschäft ist vom Altmarkt in die Einkaufsstraße gezogen. Und übermorgen macht ein neuer Bekleidungs- und Accessoire-Laden auf und wird damit Nachfolger eines Buchhauses.

Diese Geschäftigkeit scheint auszustrahlen. Denn auch am Schlosskirchplatz sind nach monatelangem Stillstand alle Plätze belegt: Direkt neben dem Presse-Shop ist ein Dessous-Laden eingezogen. Neue Nachbarn sind außerdem eine Shisha-Cocktail-Lounge und ein weiterer Friseur. „Das Herz der Altstadt ist sehr vital“, sagt Hajek zufrieden. Er zeigt sich sogar optimistisch, dass die bisherigen Problemzonen – die beiden Passagen zwischen Sprem und Burgstraße hin zum Brandenburger Platz sowie am Schlosskirchplatz sich füllen. Denn die Nachfrage nach Mietflächen in der Innenstadt sei derzeit höher als das Angebot. „Davon kann die Peripherie profitieren“, hofft Carsten Hajek.

Auch am Altmarkt gibt es Bewegung. Dort hat ein Einrichtungsgeschäft aus Ströbitz seine neue Dependance eröffnet und löst damit einen Herrenausstatter ab, der ins Blechen-Carré gezogen ist. Für die beiden derzeit noch leer stehenden Lokale gegenüber – der ehemaligen Fleischerei und dem früheren Bekleidungsgeschäft an der Ecke – gibt es ebenfalls Pläne. „Auch am Altmarkt ist nichts mehr zu haben“, weiß Carsten Hajek. Für beide Flächen seien neue gastronomische Angebote vorgesehen, die wohl im nächsten Jahr durchstarten werden.

Für den Altstadtverein ist damit klar, dass weder Sprem noch Altmarkt im Windschatten des Blechen-Carrés verkümmern. Auch wenn das Einkaufszentrum im Frühjahr einen Anbau bekommt, der im Oktober 2013 eröffnet werden soll.

Die Gewerbetreibenden erneuern ihre Kritik am Center-Investor Gepro Bau, er habe auch mit der Erweiterung keine neuen großen Anbieter nach Cottbus locken können. Mit diesem Anspruch war das Center angetreten. Denn um den Mix in der Innenstadt zu komplettieren, mangelt es bislang am gehobenen Angebot.