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| 02:42 Uhr

Die Preise fahren Achterbahn

Wer Waren im Internet bestellt, stößt häufig auf verwirrende Regelungen bei den Versandkosten.
Wer Waren im Internet bestellt, stößt häufig auf verwirrende Regelungen bei den Versandkosten. FOTO: dpa
Düsseldorf. Versandkosten beim Onlinekauf sind für viele Käufer verwirrend. Wie eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zeigt, tricksen Händler, die einen eigenen Shop haben und zudem bei Amazon oder eBay vertreten sind, häufig mit den Lieferkosten. So erschweren sie es Kunden, das günstigste Angebot zu finden. Alexander Stallmann mit dpa

Wer Waren im Internet bestellt, muss in der Regel Versandkosten zahlen. Die Regelungen der Online-Händler sind für Kunden dabei häufig verwirrend, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen berichtet. Onlinehändler legen ihre Versandkosten nach eigenem Ermessen fest. Wenn sie zudem noch weitere Shops betreiben, etwa am Amazon-Marketplace oder bei eBay, stolpern Käufer häufig über merkwürdige Regelungen.

Kosten variieren stark

Die Verbraucherzentrale NRW hat fünf Händler genauer unter die Lupe genommen, die sowohl einen eigenen Shop als auch eine Depandance bei Amazon oder eBay betreiben. Dabei verglichen die Verbraucherschützer die Preise und Versandkosten eines Produkts im eigenen Shop des Händlers und bei seiner Zweigstelle. Beim ersten Händler wurden die Versandkosten einer ein Quadratmeter großen Holzfliese überprüft, die für 20 Euro angeboten wird. Als Lieferung per Sperrgut kostete der Versand via Amazon 23 Euro. Im eigenen Shop des Händlers mussten für den Versand als Sperrgut beim gleichen Produkt sieben Euro mehr bezahlt werden. Ganz anders war es jedoch bei der Lieferung von fünf Holzfliesen. Im eigenen Shop sei es bei 30 Euro für den Versand als Sperrgut geblieben. Bei Amazon seien für den Versand allerdings satte 83 Euro angefallen.

Ein anderer Händler habe ein Paket kleine Fliesen zu einem Preis von 30 Euro und kostenlosem Versand auf eBay und im eigenen Shop angeboten. Bei seinem Amazon-Shop habe der Gesamtpreis in einer ähnlichen Kategorie gelegen, rund neun Euro seien jedoch auf den Versand entfallen. Wer jedoch drei Pakete orderte, kam via Amazon weitaus günstiger weg, so die Verbraucherschützer. Statt 90 Euro mit weiterhin kostenlosem Versand, wie in den beiden anderen Shops, waren hier nur rund 75 Euro (60 Euro plus 15 Versand) zu zahlen.

Ärgerlich für Verbraucher

Die Stichprobe bei den fünf Händlern habe gezeigt, dass in jeder der drei Einkaufsmöglichkeiten (eBay, Amazon, Shop) das günstigste Angebot eines Händlers versteckt sein kann. Für Verbraucher seien solche undurchsichtigen Regelungen ärgerlich. Zum einen können sie nicht immer herausfinden, ob ein Online-Händler auf mehreren Plattformen agiert, um im Zweifel die einzelnen Preise dort vergleichen zu können, sagt Verbraucherschützer Georg Tryba. Zum anderen wirke sich das auf die Recherche mit Preissuchmaschinen aus. "Mit jeder Mengenänderung kann sich die Reihenfolge ändern." Wer garantiert den besten Preis haben möchte, dem bleibt laut Tryba nichts anderes übrig, als sich durchzuklicken und durchzurechnen.