Der Auftritt des renommierten Klangkörpers in der Sängerstadt galt einem guten Zweck. Auf Einladung der Frauen vom Lions-Club Finsterwalde-Niederlausitz gaben die Musiker ein weihnachtliches Benefizkonzert. Club-Präsidentin Ines Broszinski freute sich über eine bis auf den letzten Platz gefüllte Trinitatiskirche. Der Erlös des Abends werde bedürftigen Kindern in der Region Finsterwalde und Doberlug-Kirchhain zugute kommen, versprach sie den Konzertbesuchern. „Wir unterstützen insbesondere Projekte in Kitas, Schulen und Sportvereinen und haben auf diese Weise schon viele Kinderherzen glücklich gemacht. Das bestärkt uns in unserer Arbeit“, betonte sie. Bis zum Veranstaltungstag habe sie gebangt, dass das Musikkorps nicht doch noch kurzfristig von Kanzlerin oder Bundespräsident für protokollarische Termine beansprucht würde.

Mit dem „Huldigungsmarsch“ von Richard Wagner und der Arie „Schafe können sicher weiden“ aus der Jagdkantate von Johann Sebastian Bach eröffneten die Musiker unter Leitung von Oberstleutnant Blüggel ihren Melodienreigen. Dann hatte Oberfeldwebel Franka Behrendt, eine von drei musizierenden Frauen im Orchester an diesem Abend, ihren großen Auftritt. Für das Konzert in C-Dur für Piccolo-Flöte und Orchester von Antonio Vivaldi ließ sie die Finger so flink auf der Flöte tanzen, dass man meinte, im Kirchenschiff würden die Vögel zwitschern. Die Zuhörer auf den Kirchenbänken hielten vor Staunen den Atem an. Sichtlich erleichtert genoss die Solistin den Beifall des sachkundigen Publikums.

Dann entführte das Musikkorps alle in den Nordatlantik. „James Horner ist mehrfacher Oscar-Preisträger und einer der gefragtesten Filmkomponisten unserer Zeit“, kommentierte Blüggel. Die große weite Welt wehte mit einem Titanic-Medley in die Trinitatiskirche.

Mit Adventsgedanken würdigte Pfarrer Markus Herrbruck das Weihnachtsfest in seiner „Tiefe, die nicht durch Kriege erschlagen und Wohlstand zugeschüttet wird. Es gehört zum Innersten, zum Echtesten, was wir in uns tragen – die Sehnsucht nach Heil und Frieden.“

Es folgten der Marsch 1741 von keinem Geringeren als Preußenkönig Friedrich II., dessen 300. Geburtstag am 24. Januar 2012 begangen wird, zwei Sätze aus Händels „Wassermusik“ und Höhepunkte aus der Oper „Raymond“ von Ambroise Thomas. Nach einem Weihnachtslieder-Medley hatte das Publikum noch nicht genug. Es erklatschte sich eine Zugabe.

Auf dem Nachhauseweg bedauerte der ein oder andere begeisterte Zuhörer, dass das eben erlebte Luftwaffenmusikkorps 4 dem Sparkurs bei der Bundeswehr zum Opfer fällt und in den Jahren 2013/14 als eines von fünf Orchestern aufgelöst wird.