Es ist eine Premiere. Erstmals wird das Bergbauunternehmen Vattenfall ein Flussbett auf Kippengelände konstruieren. Das teilte Detlev Dähnert, Leiter der Bergbauplanung bei Vattenfall, beim symbolischen Spatenstich auf dem ehemaligen Tagebaugelände mit. Die Malxeverlegung sei etwas komplett anderes als die Verlegung der Weißen Schöps in Sachsen, weil hier auf geschütteten Flächen gearbeitet wird.

Die neue Malxe soll Teil der Renaturierungsfläche auf dem ehemaligen Tagebau werden. Vom Forster Ortsteil Bohrau erstreckt sich ihr Bett bis nach Heinersbrück. „Das Flusstal ist dabei die größte Herausforderung“, so Dähnert. Gleichzeitig hat die Malxe aber auch eine besondere Bedeutung für die neu entstehende Naturlandschaft. „Durch das Wasser der Malxe kommt Leben in die Natur“, erklärt Landrat Harald Altekrüger (CDU), der gemeinsam mit Dähnert die ersten Erdbewegungen auf der neuen Baustelle vornehmen durfte.

Insgesamt sechs Kilometer lang soll der künftige Flusslauf zwischen Bohrau und Heinersbrück werden. Der erste Bauabschnitt umfasst 650 Meter. Schrittweise soll dann in den kommenden zehn Jahren weitergearbeitet werden, immer abwechselnd schüttend und sichernd. Der Erdbau für den ersten Abschnitt soll noch in diesem Herbst erledigt werden. Im Frühjahr beginnen dann die Verdichtungsarbeiten mit Rütteldrucktechnik. Dem folgt dann die Begrünung und Ausgestaltung der Auenlandschaft, die rund um die Malxe entstehen soll. Das Flussbett soll rund zehn Meter breit werden, die umgebende Auenlandschaft rund 135 Meter.

Geplant ist auch die Entwicklung besonderer Biotope rund um die Malxe, die Tieren und Pflanzen Entwicklungsräume bieten.

Fertig wird diese neue Flusslandschaft zwar erst in zehn Jahren, die Bürger sollen aber vorher schon Einblicke gewinnen. „Unsere Baustelle soll eine Schaustelle sein“, erklärt Dähnert. Infotafeln stehen auf dem Baugelände, der Weg dorthin ist ausgeschildert. Von der Landstraße zwischen Forst und Guben führt eine betonierte Piste zur Baustelle. „Die Schaustelle soll auch touristische Impulse für die Region bringen“, erläutert Dähnert.

Zum Thema:

Zum ThemaDie Malxe (Ma{lstrok}ksa) war ursprünglich etwa 45 Kilometer lang. In den 1970er Jahren wurde der Fluss allerdings gekappt, um Platz für den Tagebau Jänschwalde zu schaffen. Im östlichen Bereich wurde er über den Malxe-Neiße-Kanal abgeleitet. Im westlichen Bereich fließt die Neiße, gespeist durch die Einleitung von Sümpfungswasser aus dem Tagebau, über Vorfluter zur Spree. Damit soll in zehn Jahren Schluss sein.