Schokolade, Kleidung, Spielwaren und medizinische Hilfsmittel seien nach Minsk gebracht worden.

„Wir hatten erneut viel Stress an der Grenze zu Weißrussland“, erzählt Melzer. „Eine junge Zollmitarbeiterin hat uns schikaniert. Ihr arrogantes Verhalten hat uns mehr als 13 Stunden Wartezeit an der Grenze eingebracht. Durch ihre übertriebenen Forderungen haben wir zwei Tage verloren.“ Brigida Melzer habe noch vor Ort die deutsche Botschaft in Weißrussland eingeschaltet – „und plötzlich ging alles.“ Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sei informiert und über die Behandlung ehrenamtlicher Vereine entsetzt, erzählt die Vorsitzende.

Mut macht ihr, „dass die Menschen in unserer Region weiter zu uns stehen und unserem Verein vertrauen“. Neben Familien aus der Lübbener Region zählen dazu auch viele aus Luckau und Umgebung. Die Spenden seien in diesem Jahr um 3600 Euro auf rund 24 000 Euro gestiegen.

Zu den Höhepunkten im nächsten Jahr zählen etwa die Gastelternreise nach Minsk und der dreieinhalbwöchige Erholungsaufenthalt weißrussischer Kinder im Sommer im Spreewald. Zudem seien drei Benefizkonzerte geplant. Den traditionellen Schokoladentransport im November soll es nur geben, „wenn uns eine reibungslose Zollabfertigung garantiert wird“, sagt Brigida Melzer.

Sie selbst tritt aus gesundheitlichen Gründen künftig kürzer, bleibt jedoch Vereinsvorsitzende. „Ich befürchte, dass der Verein kaputt geht, wenn ich mich ganz zurückziehe.“ Danilo Markewitz soll sie unterstützen. Er übernimmt die Geschäftsführung – ein Aufgabenbereich, der neu ist und erst nach einer Satzungsänderung möglich wurde. „Der bürokratische Aufwand, den Brigida bisher allein geleistet hat, ist enorm“, sagt Markewitz.

Der Kinderhilfsverein für Tschernobyl in Lübben hat in diesem Sommer seinen 15. Geburtstag gefeiert. Die Unterstützung durch die Bevölkerung ist ungebrochen groß, sagt Brigida Melzer. „Wir haben wieder zahlreiche Menschen von unserem Engagement überzeugt.“