In den 90 Minuten zuvor schenkten sich beide Teams nichts. Golßen begann aggressiv und ließ Luckenwalde zunächst wenig Raum. Auch die erste Tormöglichkeit hatten die Gastgeber, als der aufgerückte Stefan Wrobel einen zu kurz abgewehrten Freistoß neben das Gehäuse der Gäste setzte (16.). Mit dem 1:0, wunderschön mit doppeltem Doppelpass herausgespielt und von Marco Fitzke vollendet, änderte sich das Spielgeschehen (20.). Die Gäste spielten jetzt ihre technische und läuferische Überlegenheit aus und verpassten mehrmals die Vorentscheidung. Bei den Hausherren lief nichts mehr zusammen. Luckenwalde verengte die Räume, war meist mit zwei Mann am Ball führenden Golßener und zwang 1885 zu langen Schlägen, die eine sichere Beute der stabilen Defensive waren. Eine Torgelegenheit hatten die Gastgeber noch bis zum Halbzeitpfiff. Bezeichnend für den Spielverlauf war es mit Henrik Fege wieder ein Abwehrspieler, der nach einem Eckball von Ronny Grün mit artistischem Einsatz das Tor verfehlte (39.). Die Offensivspieler der Hausherren kamen zu keinen nennenswerten Torabschlüssen, da sie kaum verwertbare Bälle erhielten. Mit Maik Grünwald und Erik Schüler saßen zwei Sturmoptionen unter den Zuschauern, die sich für die Ersatzbank zu schade waren und deswegen lieber gar nicht spielten. Ein Bärendienst für ihre Mannschaft.Die Begegnung war kurz vor der Pause praktisch entschieden. Robert Troch traf per direktem Freistoß durch die Mauer in die Torwartecke zum 2:0 (41.).Nach dem Wechsel beschränkte sich Luckenwalde auf das Zerstören der Golßener Angriffsbemühungen. Mit frühem Pressing zwangen sie die Hausherren zu unkontrolliertem Spiel und hatten die Begegnung unter Kontrolle. Golßen kämpfte aufopferungsvoll, kam aber gegen die aggressiv die Zweikämpfe suchenden Gäste nicht an und hatte nach der Pause keine Torchance mehr. "Wir wollten nach der Pause sicher stehen, früh drauf gehen und die Räume eng machen. Das ist uns gelungen", sagte der Luckenwalder Coach Ronny Karcher hinterher. Der Vorwärtsgang klemmte allerdings beim Titelanwärter. Das lag zum einen an der stabilen Defensive des SV 1885 Golßen, die immer noch ein Bein dazwischen hatte. Es lag aber auch an der Verspieltheit der Markus Mlynikowski und Tobias Dittmann, die immer einen Haken zu viel machten. So fiel das 3:0 erst in der Schlussminute. Einen Eckstoß von Sebastian Krenz köpfte Cody Cook an die Latte, den Abpraller versenkte Thomas Eichelbaum ebenfalls per Kopf zum 3:0."Wir waren klar überlegen, haben unserem Kontrahenten keine Torchance gelassen und haben verdient gewonnen", sagte ein zufriedener Gäste-Trainer. Sein Golßener Pendant pflichtete ihm bei, war aber naturgemäß nicht zufrieden. "Wir waren heute nicht in der Lage, das anzubieten, was uns stark macht."