An einem Dienstagabend auf dem Sportplatz des SV Leuthen/Oßnig. Etwa 30 Kinder toben einem zu groß wirkenden Fußball hinterher. Beim Pass-Spiel fehlt den Kleinen noch ein wenig die Kraft und die Genauigkeit. Aber das ist egal, Hauptsache es macht Spaß. An der Bande beobachten ein paar Mütter das Geschehen und rufen ihren Söhnen zu, wie es richtig geht. Die rote Spätsommersonne verschwindet langsam hinter den Bäumen und auf dem hinteren Stück des Platzes dreht Nachwuchs-Trainer Thomas Kergel auf dem Rasentraktor seine Runden. Aus der Sicht eines Fußballers – ob Spieler oder Fan – kann ein Tag kaum harmonischer ausklingen. Doch die Idylle beim Nachwuchstraining ist getrübt.

Der Vorsitzende Jens Stahl fürchtet sogar um die Zukunft seines Vereins. „Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo es nicht mehr weitergeht“, sagt er. Doch warum?

Anfangen hat alles vor zwei Jahren. Die Stadt Drebkau hatte damals noch unter Bürgermeister Harald Altekrüger (CDU) in einem Brief an den Verein ihre Unterstützung für die Anschaffung eines Rasentraktors zugesagt. 6000 Euro gab der SV Leuthen/Oßnig daraufhin für das Gerät aus, im Vertrauen, das Geld – so wie von der Stadt vorgeschlagen – in zwei Raten zurückzubekommen. Jetzt, zwei Jahre später, ist auf dem Vereinskonto allerdings noch kein Cent eingegangen. Stahls Vorwurf: „Die Stadt Drebkau hält sich raus. Das geht auf Dauer nicht.“

Drebkauer Schuldenberg

Der heutige Bürgermeister Dietmar Horke (parteilos) bestätigt auf RUNDSCHAU-Anfrage diesen Ablauf. Das Geld dürfe aber die Stadt, die momentan mit sieben Millionen Euro verschuldet sei, nicht ausgeben. Der Grund: Der Drebkauer Haushalt für das laufende Jahr ist noch nicht bestätigt.

Dass der Leuthener Vereinsvorsitzende jetzt, zwei Jahre nach der Zusage seines Amtsvorgängers, ihn und die Drebkauer Verwaltung verantwortlich macht, hält Horke für nicht angebracht. „Die Zusage hat der Vorgänger gemacht.“ Horke gibt aber zu, dass die Förderung der Sportvereine derzeit sehr knapp ausfällt: „Die Unterstützung der Stadt fällt sehr gering aus. Wir wissen, dass es den Vereinen sehr schlecht geht.“

Der heutige Spree-Neiße-Landrat Altekrüger beteuert, dass er damals „in gutem Glauben“ gehandelt habe. Damals sei er davon ausgegangen, dass das Geld gezahlt werden könne. Die Haushaltslage sei zwar auch 2009 schon schlecht gewesen, hätte sich aber bis heute verschärft. Die Entscheidung der Stadt, das Geld nicht auszuzahlen, kann er deshalb auch aus heutiger Sicht nachvollziehen.

Der Leuthener Vereinsvorsitzenden Jens Stahl glaubt dennoch, dass die Vergabe von Zuschüssen von der Stadt auch eine Frage des Wollens sei. „Wir dürfen nicht im Stich gelassen werden“, sagt er. Ansonsten gebe es seinen Sportverein irgendwann einmal nicht mehr.