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| 02:34 Uhr

Die Chancen der Veränderung

Mona Bricke, 45, hat schon als Kind erlebt, wie wichtig ein Leben im Einklang mit der Natur ist. "Meine Eltern haben sich schon Mitte der 80er Jahre bei den Grünen engagiert", erzählt die Berlinerin. Andrea Hilscher

Damals sei das bestimmende Thema der Umweltpolitik der Saure Regen gewesen. "Etwa vor sechs oder sieben Jahren wurde mir klar, dass der Klimawandel die größte Bedrohung unserer Zukunft darstellt", erzählt Mona Bricke.

In ihrem persönlichen Umfeld achtet sie darauf, möglichst "klimaschonend" zu leben. "Ich verzichte auf Flugreisen, obwohl ich gern im Süden Urlaub gemacht habe." Aber es gebe sehr viel Schönes auch in der näheren Umgebung zu entdecken. "An diesem Beispiel sieht man, dass Veränderungen auch Gewinn bedeuten können." Sie sei weit davon entfernt, Verzicht zu predigen.

"Aber wir haben, gerade in der Lausitz, wirklich enorme Potenziale, die Zukunft klimafreundlich zu gestalten." Diese Chancen auf gesellschaftliche und politische Veränderungen will sie nutzen, privat und beruflich. Europaweit setzt sich Mona Bricke gegen die Errichtung neuer Kohlekraftwerke ein. "Dafür muss ich jetzt beispielsweise nach Bulgarien - was mit Zug und Bus gar nicht so einfach ist."

Bereits zum zweiten Mal nimmt sie teil am Lausitzer Klimacamp. "Ich kenne diese Idee aus England und bin sehr begeistert über diese wirkungsvolle, demokratische Form eines Zukunftslabors." Besonders freut sie die tiefe Verankerung des Camps in der Region. Viele lokale Gruppen seien aktiv, es gebe ein Fußballspiel gegen Kicker aus Jänschwalde, auch ein Unterstützerinnenbrief von dort liegt den Organisatoren vor. Natürlich wird die Klimaschützerin häufig mit Argumenten der Braunkohle-Unterstützer konfrontiert. "Ich kann verstehen, dass es einfacher ist, den Klimawandel zu negieren, als sich Veränderungen zu stellen.

Aber wir können letztlich alle profitieren, wenn wir nicht mehr in Abhängigkeit von den Großkonzernen leben."