„Das Bild zeigt das Guts-haus von Straußdorf“, hat beispielsweise Anneliese Lutoschka aus Spremberg erkannt. Das Gebäude gehörte bis Kriegsende der Familie Saher. „Nach der Enteignung durch die Bodenreform wohnten vier Umsiedlerfamilien in dem sogenannten Schloss. Meine Eltern bewohnten mit uns bis zur Fertigstellung des Neusiedlerhauses im Obergeschoss drei Räume“, schreibt Anneliese Lutoschka und ergänzt: „Hinter dem halbrunden Dachfenster stand unser Esstisch in einer großen Diele. Der Saal wurde von der ganzen Dorfbevölkerung für Feiern genutzt. Später wurde das Gebäude leider zerteilt und verschwand schließlich ganz durch die Abbaggerung des Ortes.“

Eine Beziehung zum abgebildeten Foto hat auch Michael Schichan aus Schenkendöbern: „Genau dieses Foto habe ich bei familiengeschichtlichen Nachforschungen vor längerer Zeit gefunden. Meine Großmutter, geborene Hedwig Glockner, war in diesem Haus in den Zwanzigern bei Familie von Saher für zwei Jahre in Stellung. Sie erinnerte sich gern an diese Zeit und erzählte oft, wie sie nach bald eingetretenem Einverständnis mit der Hausherrin den Avancen des Herrn Hauptmann entgehen konnte beziehungsweise mit dem nicht ganz pflegeleichten Sohn Bubi fertig wurde.“

Auch Thomas Methe aus Forst hat den verschwundenen Ort Straußdorf erkannt und berichtet: „Bis zum Jahr 1910 gab es in Straußdorf eine Brauerei. Diese wurde im Jahr 1976 durch Erben der Familie als Gastwirtschaft Schulze wieder eröffnet.“ Außerdem weiß Thomas Methe aus der Ortsgeschichte zu berichten: „Die sorbisch/wendische Tracht wurde von den Frauen und Mädchen in Straußdorf noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts getragen. Bis 1950 gab es eine Entwicklung von 25 privatwirtschaftlichen Betrieben mit einer nutzbaren Fläche von 278 Hektar. Im Jahr 1998 wurde der Gedenkstein von Straußdorf eingeweiht.“

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Zum ThemaDer abgebaggerte Ort der Vorwoche ist Straußdorf (T{scaron}uckojce)Erste Erwähnung: 1461 Abbaggerung: 1988 Tagebau: Welzow-Süd Anzahl der Umsiedler: 40 Daten sind der Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlung des Archivs verschwundener Orte entnommen. Weitere Infos: www.verschwundene-orte.de Sieger der Vorwoche ist Michael Schichan aus Schenkendöbern. Er und die Gewinner der Vorwochen erhalten ihren Buchpreis innerhalb der nächsten 14 Tage zugestellt.