Quasi als Geschenk zum 100. Geburtstag der Fertigstellung des Schulbaus des Architekten Max Taut in diesem Jahr ist der Startschuss für die Sanierung erfolgt. 27 Jahre war Taut seinerzeit alt und legte sofort eine reife Leistung hin. Von dem in seinem ersten realisierten Haus umgesetzten völlig neuen Schulkonzept ist Jürgen Habermann noch 100 Jahre später beeindruckt. "Die Orientierung des Baus erfolgte nach Nord-Süd. Die Klassenräume auf der Westseite waren somit immer gut besonnt. Die Arkadengänge sind inspiriert vom Kloster Chorin und haben einen ganz eigenen Rhythmus ins Gebäude gebracht. Im Erdgeschoss setzen sich diese Arkaden sogar im Außenbereich fort", erklärt der Architekt. Clever gedacht, so war es auch bei schlechtem Wetter möglich, in den Pausen frische Luft zu atmen. Brandschutzauflagen der Neuzeit erfordern nun, die Treppenflure bis in den dritten Stock hinauf abzuschotten. Indem dies durch Glaselemente gelöst wird, soll der ursprüngliche optische Eindruck weitestgehend erhalten bleiben. In den Flurarkaden bereits früher eingesetzte Zwischentüren mit Glaselementen sollen nun filigraner gestaltet werden. Der Zugang vom Foyer zu Flur und Treppenhaus erfolgt über ein Glassegment mit zentraler Tür. Die Dominanz gebührt den Arkaden, die Türen haben sich unterzuordnen.

Neben dem Brandschutz weist Jürgen Habermann auf jene Herausforderungen hin, die der an die schulischen Inhalte geknüpfte Raumplan darstelle. Der Bedarf an Klassen- und Fachräumen erfordere eine optimale Nutzung der Flächen. Neben dem Fahrstuhlschacht entstehende kleine Räume sollen für die Unterrichtsvorbereitung genutzt werden. Gab es bislang für Jungen und Mädchen in Etagen getrennte Sanitäranlagen, so sollen künftig alle in jeder Etage das passende Örtchen finden.

Schalleffekte in dem großen, altehrwürdigen Gemäuer sollen künftig von akustischen Decken geschluckt werden. "Sie werden dem Betrachter gar nicht auffallen, nehmen lediglich etwa fünf Zentimeter von der Raumhöhe weg", erklärt Jürgen Habermann. Selbstverständlich ist, dass moderne Kommunikationstechnik wie interaktive Tafeln, Beamer und ein blendfreies Beleuchtungskonzept integriert beziehungsweise umgesetzt werden. Vorbereitet werde auch ein sogenannter Vortragssaal mit einem Podest, indem auch mal Leistungskurse zusammengelegt werden können.