Große Ehrung für deutsche Fernsehmacher und Schauspieler am Montagabend in New York: Drei International Emmys lautet die beachtliche Bilanz nach der Gala-Nacht in New York. Neben Schauspielerin Christiane Paul, die den Preis als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle im ARD-Film "Unterm Radar" gewann, räumten auch die Teams hinter der RTL-Serie "Deutschland 83" und dem SWR-Dokumentarfilm "Krieg der Lügen" den begehrten Preis ab. Auch Großbritannien ging mit drei von insgesamt zehn Emmys nach Hause.

Nach einem Jahr ohne deutsche Nominierung war Deutschland dieses Jahr gleich für fünf Preise ins Rennen gegangen. Für die als beste Miniserie nominierte ARD-Serie "Nackt unter Wölfen" reichte es jedoch bei der prominent besetzten Veranstaltung ebenso wenig wie für Schauspieler Florian Stetter, der für seine Rolle in der Serie als bester Hauptdarsteller nominiert war, aber Dustin Hoffman unterlag.

"Es ist der Wahnsinn. Das ist das Größte, was mir bis jetzt in meinem Leben passiert ist", sagte die sichtlich gerührte Paul nach ihrer Auszeichnung.

"Wir freuen uns für und mit Christiane Paul für diese großartige Auszeichnung", sagte WDR-Fernsehfilmchef Gebhard Henke. "Sie hat die um die Unschuld ihrer Tochter kämpfende Richterin mit Bravour verkörpert."

Der Produzent der Serie "Deutschland 83", Jörg Winger, sagte: "Dass ich hier den Preis entgegennehmen darf, ist für mich ein ganz besonderes Erlebnis." Er hatte seine Frau in der Millionenmetropole vor 14 Jahren geheiratet und sich mit ihr dann aber für ein Leben in Berlin entschieden. Vor zwei Jahren war der Ufa-Fiction-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" (lief im ZDF) ausgezeichnet worden. Die deutsch-deutsche Spionageserie "Deutschland 83" mit Jonas Nay in der Hauptrolle war im Herbst 2015 bei RTL zu sehen, hatte zwar schwache Quoten, wurde aber vielfach ausgezeichnet. Gerade deswegen wird an der Fortsetzung gearbeitet: "Deutschland 86" entsteht jetzt in Zusammenarbeit mit dem Streaminganbieter Amazon Prime, der die Erstausstrahlungsrechte besitzt.

Auch das Team um "Krieg der Lügen" zur Vorgeschichte des Irakkriegs von 2003, der als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, war nach der Überraschung in Feierstimmung. "Wir haben damit angefangen, einen Film an der Filmhochschule zu machen, und wir machen unseren Abschluss mit einem Emmy", sagte Regisseur Matthias Bittner, als er die goldene Trophäe entgegennahm.