Senftenberg. Der Senftenberger Wochenmarkt wird zum Verlustgeschäft. Das Geld sitzt den Hauptkunden, den Rentnern, nicht mehr so locker in der Tasche wie noch vor Jahren. Händler finden vor den zahlreichen Einkaufsmärken auf privatem Terrain gute Standplätze. "Die Leute müssen ihr Wohngebiet gar nicht mehr verlassen", stellt Brigitte Weigel fest. Ortsansässige Ladengeschäfte mit Frischeprodukten wie Back- und Fleischwaren gibt es in der Stadt zudem auch reichlich. "Wir haben immer mehr Lücken auf dem Wochenmarkt", sagt Brigitte Weigel. Neuen Optimismus schöpft sie aus der Tatsache, dass mit einem Anbieter von Büffelprodukten und einem Käse-Direktvermarkter auch wieder zwei Händler gewonnen wurden. Kleinanbieter von saisonalem Obst und Gemüse sowie Pilzen stünden bei den Senftenbergern hoch im Kurs.

Von der in die Stadtkasse zu zahlenden Standmiete bleibt allerdings für den Betreiber inzwischen kaum noch etwas hängen. "In Senftenberg steht bereits seit drei Jahren keine schwarze Zahl mehr unterm Strich", erklärt die Gilde-Niederlassungsleiterin. Die Stadt Senftenberg hat für die harten Wintermonate schon einem Nachlass zugestimmt. Trotzdem meiden Markthändler den Standort zunehmend, sagt Brigitte Weigel. Denn die Standmieten seien deutlich höher als im Umland. Wirtschaftliche Umsätze seien an Schlechtwettertagen kaum noch zu erzielen. Verlegungen und Ausfälle von Markttagen wegen Volksfesten schlügen negativ ins Händler-Kontor auf dem "festgesetzten Markt". Dies heißt: Das Sortiment ist hauptsächlich auf Frischeprodukte und ergänzende Waren des täglichen Bedarfs begrenzt. Haushaltswäsche, Tonträger und festes Schuhwerk dürfen nicht gehandelt werden.

Die Stadt will den Markt, auch als Ort der Begegnung in der Stadtmitte, erhalten. Das betont Peter Biegel (SPD), der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses. Das Problem sei erkannt, die Verwaltung gesprächsbereit.

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Zum Thema Die Deutsche Marktgilde veranstaltet den Senftenberger Wochenmarkt seit März 2004. Die an die Stadt zu entrichtende pauschale Standmiete liegt nach Angaben der Gilde deutlich höher als im Umland. Fast 80 Prozent der Händler-Standgebühren (wochentags 4,50 Euro, sonnabends drei Euro pro laufendem Meter) müssten abgeführt werden. In Elsterwerda zahlen die Markthändler laut Deutscher Marktgilde 1,10 Euro pro Quadratmeter Standfläche. In Bad Liebenwerda werde mit 2,70 Euro, in Lübbenau mit 2,80 Euro pro laufendem Meter zur Kasse gebeten. Die meisten Kommunen würden anteilig nach der Händlerfrequenz beteiligt.